Welche OP bei Hüftdysplasie?

Nach einer Hüftdysplasie wird eine sogenannte 3-Fach-Beckenosteotomie zur operativen Versorgung durchgeführt. Wenn die Hüftgelenkspfanne steilgestellt ist und diese Fehlstellung im späten Kindesalter oder erst beim Erwachsenen festgestellt wird, sollte schnell gehandelt werden. Anders als bei Kindern kann dann allerdings keine Pfannendachplastik und auch keine Acetabuloplastik mehr durchgeführt werden. Diese beiden Methoden funktionieren nur bei jungen Menschen unter 16 Jahren.

Was wird bei dieser Operation genau gemacht?

Die Steilstellung der Hüftgelenkspfanne wird operativ korrigiert. Ziel ist es, dass der Hüftkopf anschließend in einem normalen und vor allem gesunden Maße überdacht ist. Die Bezeichnung dieses Eingriffs wurde nicht zufällig gewählt: Die Hüftgelenkspfanne wird an drei unterschiedlichen Stellen gelöst, um die Stellung nachhaltig zu korrigieren. Hiervon sind das Sitzbein (Os ischium), das Schambein (Os pubis) sowie das Darmbein (Os ileum) betroffen.
Die OP wird nur dann durchgeführt, wenn der Betroffene entweder erwachsen ist oder die Wachstumsphase zumindest abgeschlossen ist. Außerdem muss das Ausmaß der Fehlstellung groß genug sein, um die Risiken einer OP auszugleichen.

Wie kompliziert ist der Eingriff?

Über einen recht kurzen Schnitt in der Region des Gesäßes wird ein Stück der Muskulatur freigelegt. Anschließend wird das Gewebe vorsichtig auseinandergeschoben, um den Sitzbeinknochen freizulegen. Da die OP nicht zu den sogenannten blinden Verfahren zählt, bringt sie ein kleineres Risiko mit sich als vergleichbare Eingriffe. Zudem werden die umliegenden Knochen sowie benachbartes Gewebe durch spezielle Instrumente abgeschirmt und geschützt. Die gesamte Operation dauert ungefähr 2 bis 4 Stunden. Die Dauer variiert je nach Schweregrad und weiteren individuellen Aspekten. Patienten müssen mit einer Aufenthaltsdauer im Krankenhaus von bis zu 10 Tagen rechnen.

Wie läuft die Nachbehandlung ab?

Nach einer Bettruhe von mindestens 3 Tagen finden die ersten Maßnahmen zur Mobilisierung des Patienten statt. Unter der Anleitung eines Krankengymnasten werden kurze Gehversuche an einem sogenannten Unterarmgehstütz durchgeführt. Das betroffene Hüftgelenk darf für mindestens 6 Wochen nicht weiter als bis 60 Grad gebeugt werden. Weitere zwei Monate muss das Gelenk konsequent entlastet werden. Erst im Anschluss erfolgt eine stufenweise Belastung, bei welcher der Patient nach und nach zu seiner alten Stärke findet. Wenn die OP gut verlaufen ist, müssen nach der Rehabilitation keine weiteren Maßnahmen mehr ergriffen werden.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.