Wann muss eine Hüftdysplasie operiert werden?

Operation bei Hüftdysplasie sollte am Besten im Kleinkind- und Vorschulalter stattfinden.

Während der Therapie einer Hüftdysplasie bei Neugeborenen, ist die Operation je nach Ausmaß der Fehlbildung, der letzte Schritt. Zuvor werden alternative Behandlungsmöglichkeiten, wie die Spreizhose, ein Gips oder breites Wickeln eingesetzt, um die Hüfte während des Wachstums zu korrigieren. Wird eine Hüftdysplasie bei einem Neugeborenen jedoch zu spät erkannt oder ist sie zu stark ausgeprägt, wird die Fehlstellung der Hüfte durch eine Operation korrigiert. Dabei kommt es in erster Linie darauf an, den Hüftkopf in die Hüftpfanne so einzulassen, dass dieser fest verankert ist und nicht herausrutschen kann. Kinder, bei welchen eine Operation nötig ist, werden meist zwischen 18 Monaten und neun Jahren operiert. Diese Operation wird Pfannendachplastik genannt und dauert pro Seite ca. 30 Minuten. Während der Operation wird die Muskulatur am Beckenknochen gelöst, woraufhin dieser bis oberhalb der Wachstumsfuge mithilfe eines Meißels geöffnet wird. Dadurch entsteht ein Knochenspalt, in welchen ein Knochenkeil eingesetzt wird. Dieser klappt das Pfannendach herunter und normalisiert es. Der Knochenkeil besteht aus einem Spenderknochen und wandelt sich im Laufe der Zeit zu einem körpereigenen Knochen um. Nach der Operation müssen die Kinder vier Wochen lang eine sogenannte Gipshose tragen, die das Hüftgelenk stabilisiert.

Während eine Hüftdysplasie bei Neugeborenen meist erfolgreich ohne eine Operation behandelt werden kann, haben Erwachsenen, bei welchen die Fehlbildung im Kindesalter nicht entdeckt oder behandelt wurde, keine andere Wahl. Eine Nichtbehandlung der Hüftdysplasie im Säuglingsalter kann zu schweren Folgeschäden bei Erwachsenen führen. Dazu gehört beispielsweise der frühe Verschleiß des Hüftgelenks bei jungen Erwachsenen. Die Symptome machen sich dabei oft erst spät bemerkbar, zum Beispiel bei hoher sportlicher Belastung durch Schmerz in der Leiste oder seitlich in der Hüfte. Wenn eine Hüftdysplasie nicht behandelt wird, kann dies außerdem zu einer Hüftgelenksarthrose führen, welche sich durch starke Schmerzen bei geringer Belastung und eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte bemerkbar macht. Demnach ist eine Operation im Erwachsenenalter unumgänglich, wenn eine Hüftdysplasie diagnostiziert wird.

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