Wann Hüftdysplasie operieren?

Vor einer Operation schrecken die meisten Menschen zurück. Erst einmal sollen alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden. Doch wann macht eine invasive Korrektur der Fehlstellung wirklich Sinn?

Wann und in welchem Umfang eine Hüftdysplasie behandelt werden sollte, liegt im Ermessen des Kinderarztes beziehungsweise des zuständigen Kinderorthopäden. Meistens wird dann eine Therapie eingeschlagen, wenn die Hüftdysplasie im zweiten Lebensmonat des Kindes immer noch vorliegt. Grundsätzlich gilt, dass die Therapie umso einfacher und auch erfolgreicher ist, je jünger das Baby ist. Im Großteil der konservativen Therapien bildet sich diese Fehlstellung nach einiger Zeit spontan von selber zurück. So ist in den allermeisten Fällen eine invasive Operation nicht nötig und es werden konservative Therapien, wie beispielsweise der Einsatz von speziell angepassten Spreizhosen, das Anlegen eines korrigierenden Gipsverbands oder das breite Wickeln, angewendet. Bildet sich die Fehlstellung jedoch nach längerer Zeit nicht zurück, war der Einsatz konservativer Hilfsmittel nicht erfolgreich oder aber ist die Ausprägung der Fehlstellung einfach schon zu stark , macht es durchaus Sinn, sich Gedanken über eine mögliche Operation zu machen. Denn eine nicht behandelte Fehlstellung sorgt nicht nur für Schmerzen in den späteren Jahren, sondern kann ebenfalls zu schwerwiegenden Einschränkungen des Bewegungsspielraum führen. Im späteren Alter ist die Arthrose neben vielen anderen Gelenkserkrankungen eine häufige Folge. Das Gleiche gilt auch für Fehlstellungen, die erst später im Leben, zum Beispiel bei Jugendlichen oder Erwachsenen diagnostiziert wird. Hier ist häufiger eine invasive Korrektur der Hüftdysplasie notwendig. Generell versucht man eine Operation im Säuglings- und Kleinkindsalter zu vermeiden, erstens, da die Operation in solch jungen Jahren mit deutlich höheren gesundheitlichen Risiken verbunden ist und zweitens, da im jungen Alter die spontanen Heilungschancen noch weitaus höher sind.
Entscheidet man sich allerdings, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, doch für die invasive Methode, wird durch die Operation die Stellung der Hüftpfanne zum Hüftkopf korrigiert. Durch spezielle medizinische Schrauben werden die Knochen anschließend in der korrigierten Position fixiert. Das gesamte Prozedere dauert grob zwei Stunden.

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