Tendinitis calcarea

medizin

Tendinitis calcarea – einfach erklärt

Eine Kalkschulter (Tendinitis calcarea) entsteht, wenn sich Kalziumablagerungen in den Muskeln oder Sehnen bilden. Obwohl dies überall im Körper passieren kann, tritt es in der Regel in der Rotatorenmanschette auf.

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die den Oberarm mit der Schulter verbindet. Kalziumaufbau in diesem Bereich kann den Bewegungsumfang des Armes einschränken und Schmerzen und Beschwerden verursachen.

Eine Tendinitis calcarea ist eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen. Ein höheres Risiko besteht für Personen, die viele Überkopfbewegungen ausführen, wie zum Beispiel schweres Heben oder Sportarten wie Basketball oder Tennis.

Obwohl Tendinitis calcarea in der Regel mit Medikamenten oder Physiotherapie behandelt werden kann, sollte man bei Anzeichen trotzdem einen Arzt aufsuchen. In einigen Fällen kann eine Operation notwendig sein.

Symptome

Schulterschmerzen sind das häufigste Symptom, jedoch treten bei etwa einem Drittel der Menschen mit Tendinitis calcarea keine auffälligen Symptome auf. Andere Patienten hingegen sind nicht mehr in der Lage, ihren Arm zu bewegen oder sogar zu schlafen, weil die Schmerzen so stark sind.

Die Schmerzen treten meist vorne oder hinten in der Schulter und im Arm auf. Sie können plötzlich auftauchen oder sich allmählich entwickeln.

Das liegt daran, dass die Kalziumablagerung drei Stufen durchläuft. Das letzte Stadium, die sogenannte Resorption, gilt als das schmerzhafteste.

Ursachen und Risikofaktoren

Ärzte sind sich nicht sicher, warum manche Menschen eine Kalkschulter entwickeln und andere nicht.

Es wird vermutet, dass die Kalziumanreicherung auf die folgenden Gründe zurückzuführen sein könnte:

– genetische Veranlagung
– abnormales Zellwachstum
– abnorme Schilddrüsenaktivität
– Körperliche Produktion von entzündungshemmenden Stoffen
– Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes

Die Erkrankung tritt typischerweise bei Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Diagnose

Nachdem man dem Arzt die Symptome beschrieben hat, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen. Er wird Patienten dazu auffordern, den Arm anzuheben oder kreisen zu lassen, um Einschränkungen im Bewegungsumfang zu erkennen.

Nach der körperlichen Untersuchung wird der Arzt wahrscheinlich bildgebende Verfahren anwenden, um nach Kalziumablagerungen oder anderen Anomalien zu suchen.

Ein Röntgenbild kann größere Ablagerungen aufdecken. Ultraschallschilder können dem Arzt helfen, kleinere Ablagerungen zu lokalisieren, die im Röntgenbild nicht zu erkennen sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die meisten Fälle von Kalksehnenentzündungen können ohne Operation behandelt werden. In milden Fällen kann Ihr Arzt eine Mischung aus Medikamenten und Physiotherapie oder ein nicht-chirurgisches Verfahren empfehlen.

Medikamente

Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) gelten als die erste Behandlung. Diese Medikamente sind frei verkäuflich: Aspirin, Ibuprofen, Naproxen.

Der Arzt kann auch Kortikosteroid-Injektionen (Kortison) empfehlen, um Schmerzen oder Schwellungen zu lindern.

Nicht-chirurgische Eingriffe

In leichten bis mittelschweren Fällen kann der Arzt eines der folgenden Verfahren empfehlen. Diese konservativen Behandlungen können in der Arztpraxis durchgeführt werden.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Der Arzt wird mit einem kleinen Handgerät mechanische Schocks an die Schulter in der Nähe des Ortes der Verkalkung abgeben. Hochfrequente Schocks sind effektiver, können aber schmerzhaft sein. Der Arzt kann die Stoßwellen auf ein tolerierbares Maß einstellen.

Diese Therapie kann einmal pro Woche für drei Wochen durchgeführt werden.

Radiale Stoßwellentherapie (RSWT): Der Arzt wird mit einem Handgerät mechanische Schocks mit niedriger bis mittlerer Energie an den betroffenen Schulterbereich abgeben. Dadurch ergeben sich ähnliche Effekte wie bei ESWT.

Therapeutischer Ultraschall: Der Arzt wird mit einem Handgerät eine hochfrequente Schallwelle auf das Kalkdepot richten. Dies hilft beim Abbau der Kalziumkristalle und ist in der Regel schmerzlos.

Perkutane Nadelung: Diese Therapie ist invasiver als andere nicht-chirurgische Methoden. Nach der Verabreichung der Lokalanästhesie wird der Arzt eine Nadel verwenden, um kleine Löcher in die Haut zu machen. Durch diese werden die Ablagerungen manuell entfernt. Dies kann in Verbindung mit Ultraschall erfolgen, um die Nadel in die richtige Position zu führen.

Chirurgie

Etwa 10 Prozent der Patienten müssen operiert werden, um die Kalkablagerung zu entfernen.

Wenn sich der Arzt für eine offene Operation entscheidet, verwendet er ein Skalpell, um einen Schnitt in der Haut direkt über den Ablagerungen zu machen und diese manuell entfernen.

Bei einer arthroskopischen Operation macht der Arzt einen kleinen Schnitt und das chirurgische Werkzeug zur Entfernung der Ablagerung mit einer Kamera steuern.

Die Dauer der Regeneration hängt von der Größe, dem Ort und der Anzahl der Kalziumablagerungen ab. Viele Patienten sind nach einer Woche geheilt. Bei anderen Patienten können auch nach der Operation noch Schmerzen vorliegen, die ihre Aktivitäten weiterhin einschränken.

Was Sie von einer Physiotherapie erwarten können

Moderate oder schwere Fälle erfordern in der Regel eine Form der Physiotherapie, um den Bewegungsumfang wiederherzustellen.

Rehabilitation ohne Operation

Übungen wie das Codmansche Pendel mit leichtem Schwingen des Armes sind hilfreich zur Rehabilitation.

Rehabilitation nach der Operation

Die Erholungszeit nach der Operation ist von Person zu Person unterschiedlich. In einigen Fällen kann die vollständige Rehabilitation drei Monate oder länger dauern. Die Genesung nach einer arthroskopischen Operation ist in der Regel schneller als nach einer offenen Operation.

Nach einer offenen oder arthroskopischen Operation kann der Arzt empfehlen, einige Tage lang einen Gurt zu tragen, um die Schulter zu stützen und zu schützen.

Patienten sollten auch damit rechnen, sechs bis acht Wochen lang an einer Physiotherapie teilzunehmen. Physiotherapie beginnt in der Regel mit einigen Dehnungs- und sehr begrenzten Bewegungsübungen. In der Regel kann man nach etwa vier Wochen zu leichten Aktivitäten übergehen.

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