Sehnenentzündung an der Hüfte – was ist darunter zu verstehen?

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Sehnenentzündung an der Hüfte – was ist darunter zu verstehen?

Teaser: Eine Sehnenentzündung kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, sie schränkt uns auch immens in unserem alltäglichen Leben ein. Allerdings können nicht nur die Hände von einer Entzündung der Sehnen betroffen sein, sondern auch die Hüfte? Doch wie äußert sich das, was sind die Ursachen und wie lässt sich die Erkrankung behandeln?


Sehnenentzündung an der Hüfte – was ist darunter zu verstehen?

Wie der Name es bereits andeutet, handelt es sich bei einer Sehnenentzündung um eine meistens sehr schmerzhafte Erkrankung der Sehnen. Diese entsteht durch eine häufig wiederkehrende und oder auch starke Belastung der entsprechenden Sehnen. Die geläufigste Variante ist dabei heute wohl die Erkrankung der Hände, doch auch Körperteile wie die Hüfte können von einer Sehnenentzündung betroffen sein.

Wodurch entsteht eine Sehnenentzündung?

Eine Sehnenentzündung an der Hüfte wird in der Medizin als „Trochantertendinose“ bezeichnet. Denn im Hüftbereich tritt sie meistens im Bereich des Trochanter major, umgangssprachlicher der große Rollhügel genannt, auf. Dieser Knochenhügel befindet sich an der Außenseite des Oberschenkels und an ihm laufen zahlreiche Sehnen zusammen und entlang. Zu Sehnenentzündungen kommt es hier jedoch recht häufig, weil dieser Bereich des Unterkörpers stets mechanisch stark belastetet wird. Reizungen der Sehnen äußern sich hier entweder meist als schmerzhafte Entzündungen von diesen selbst, oder aber der umliegenden Schleimbeutel. Beide Varianten zeigen allerdings die selben Symptome auf und treten häufig gemeinsam auf.

Auch wenn die häufigste Grundursache für eine Sehnenentzündung in der Hüfte die bereits beschriebenen mechanischen Reizungen sind, werden diese nicht immer von denselben Ursachen ausgelöst. Sehr häufig liegt einer Sehnenentzündung an der Hüfte allerdings eine Fehlbelastung des Beins zugrunde. Diese kann zum Beispiel durch einen asymmetrischen Gang oder eine unterschiedliche Beinlänge entstehen. Weitere Ursachen können allerdings auch vorangegangene Hüftoperationen oder eine Überbelastung des Beins, etwa beim Sport, im Alltag oder im Beruf, sein.

Symptome der Sehnenentzündung an der Hüfte:

– brennende und stechende Schmerzen im Oberschenkelbereich
– zu Beginn reiner Belastungsschmerz, später auch in Ruhephasen
– entzündungsbedingte Rötungen und Schwellungen
– spürbare Überwärmung des betroffenen Oberschenkels
– erhöhter und provozierbarer Druckschmerz
– ein spürbares und oft schmerzhaftes Schnappen des Sehnenbands über den Rollhügel

Wie sieht eine moderne Therapie aus?

Nachdem der behandelnde Arzt die Diagnose gestellt hat, erfolgt die konservative Behandlung erst einmal durch die Schonung des Beins und die Einnahme von Schmerzmitteln. Die Genesung kann jedoch auch mit Behandlungen wie Elektro-, Kälte- oder Wärmeanwendungen und Direktanwendungen durch entzündungshemmende Mittel wie Kortisonspritzen in das betroffene Gewebe unterstützt werden. Später, nach der ersten Besserung, kommen in der Regel Therapiemaßnahmen wie Krankengymnastik hinzu. Ziel ist dabei wieder eine Beschwerde- und auch Bewegungsfreiheit.

Tritt eine Sehnenentzündung an der Hüfte allerdings immer wieder auf oder wird nicht rechtzeitig korrekt behandelt, kann es zu chronischen Beschwerden kommen. Und chronische Entzündungen, etwa des Schleimbeutels, müssen meistens chirurgisch entfernt werden, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Bei der sogenannten schnellenden Hüfte, bei der die entzündete Sehne über den Knochenvorsprung springt, ist zudem manchmal eine operative Verlängerung oder eine Befestigung von dieser am Knochen nötig, um die Beschwerden zu lindern.

Fazit: Was kann man selbst tun?

Eine Sehnenentzündung an der Hüfte ist meistens eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Denn sie macht uns bei jedem Schritt und oft selbst im Stand auf sich aufmerksam. Dadurch schränkt sie jedoch auch unsere Bewegungsfreiheit ungemein ein. Um so schneller sie diagnostiziert und behandelt wird, um so schneller und auch unkomplizierter ist jedoch Besserung und Linderung in Sicht. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, selbst bei einem Verdacht auf eine Sehnenentzündung in der Hüfte schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Das sollte bestenfalls erfolgen, wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von drei bis fünf Tagen gebessert haben.

Um eine schnelle Heilung und Besserung zu unterstützen, sollte man sich zudem schonen und das betroffene Bein ruhig und hoch lagern. Fühlt sich Kälte jedoch nicht gut an oder erzielt keine spürbare Linderung, könnte eher Wärme Abhilfe schaffen. Hier ist nicht jedes Krankheitsbild der Sehnenentzündung gleich. Besser als Nachsorge ist aber natürlich Vorsorge. Denn so manche Sehnenentzündung an der Hüfte lässt sich vermeiden, wenn sich Sportanfänger oder auch Berufsanfänger die nötige Zeit geben, um sich und die Sehnen an neue Bewegungsabläufe oder Belastungen zu gewöhnen.

Und: Bei häufig wiederkehrenden Bewegungen oder auf längeren Strecken, etwa beim Walken, sollten immer wieder Pausen eingelegt werden. Denn, gerade diese beliebte Sportart hat oft Sehnenentzündungen an der Hüfte zur Folge, weil sich viele Neueinsteiger direkt am Anfang körperlich übernehmen.

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