Schmerzen in der Leiste

Laprumriss

Akute oder chronische Leistenschmerzen sind belastend und sollte man nicht unterschätzten. Viele unterschiedliche Anzeichen können die stechenden, scharfen oder dumpfen Schmerzen in der Leiste auslösen und ein Hinweis auf ernstzunehmende Erkrankungen sein. Einen Leistenbruch haben Männer acht- bis neunmal häufiger als Frauen. Die Leiste bei Männern ist besonders anfällig, da sie am Leistenkanal in der unteren Bauchwand liegt. Bleibt er nach der Geburt offen, ist die Muskellücke in der Bauchwand zu locker und es entsteht eine natürliche Schwachstelle. Dies kann einen angeborenen Leistenbruch zur Folge haben. Bei älteren Männern begünstigt vor allem eine Bauchwandschwäche Leistenbrüche.

Ursachen bei Leistenschmerzen

Kein Leistenschmerz gleicht dem anderen, daher liegt der Grund in vielen Ursachen, die zu unterschiedlichen Arten von Leistenschmerzen führen können. Der Charakter des Schmerzes ist ein wichtiges Anzeichen auf die Erkrankung. Abhängig von der Ursache sind die Leistenschmerzen unterschiedlich lokalisiert, entwickeln sich die Leistenschmerzen entweder akut oder chronisch. So treten die Leistenschmerzen in bestimmten Situationen verstärkt auf, wie zum Beispiel mit Husten und Niesen. Alle möglichen Ursachen zusammengefasst:

♣ Schenkelbruch
♣ Muskelverletzungen
♣ Sehnenverletzungen
♣ Beckenringlockerung
♣ Nervenentzündung
♣ Erkrankung der Harnorgane
♣ Erkrankung der Geschlechtsorgane
♣ Lymphknotenschwellung
♣ Eileiterschwangerschaft
♣ Darminfektion
♣ Blinddarmentzündung
♣ Entzündung des Leistenbandes

Symptome bei Leistenschmerzen

Ein stechender, scharfer Schmerz inmitten der Leiste oder mit Ausstrahlung im Oberschenkelbereich, kann auf eine Hüftgelenkproblematik hindeuten. Dumpfe, belastungsabhängige Leistenschmerzen können durch Knorpelschäden im Hüftgelenk entstehen. Mehr innen in der Leiste liegende Schmerzen deuten auf einen beginnenden Leistenbruch hin. Muskelfaserrisse oder ein akuter Leistenbruch verursachen innerhalb von Minuten einen stechenden Schmerz. Nimmt der Leistenschmerz zu, lässt das auf eine Hüftentzündung oder Muskelprobleme schließen. Ein chronischer Leistenbruch führt zu einem über Wochen und Monate zunehmenden Schmerz. Wenn die Schmerzen in der Leiste durch Husten, Niesen oder Pressen verstärkt werden, spricht dies für einen beginnenden oder bereits bestehenden Leistenbruch. Sind Leistenschmerzen auch nachts zu beklagen, können Entzündungen des Schambeins oder Hüftarthrose die Ursache sein.

Diagnose bei Leistenschmerzen

Leistenschmerzen, also Schmerzen zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel, sind unangenehm und können verschiedenste Ursachen haben. Die Diagnose von Leistenschmerzen stellt daher für Ärzte eine große Herausforderung dar. Wichtig für die Diagnose der Erkrankung ist die zeitliche Entwicklung der Leistenschmerzen. Sie kann gefährliche Krankheitsverläufe erkennbar machen und diese abzuwenden. Zunächst wird der Arzt eine umfassende Anamnese erheben und klären, ob es sich um einen akuten oder bereits chronischen Schmerz handelt.
Wichtig ist auch die Frage nach Verletzungen, denn vorangegangene Auskugelungen von Gelenken oder Knochenbrüchen, Überbelastungen, Extrembewegungen, Verletzungen der Wirbelsäule oder Stauchungen der Hüfte. Die anschließende körperliche Untersuchung besteht aus:

Inspektion:
Hier wird der Körper auf Schonhaltungen und Fehlstellungen der Wirbelsäule, des Beckens sowie auf unterschiedliche Beinlängen untersucht.

Palpation:
Muskelpartien, Sehnen und Bänder werden bei dieser Untersuchung auf Beschaffenheit und Druckempfindlichkeit geprüft.

Funktionsuntersuchung:
Dabei testet der Arzt die körperliche Beweglichkeit im Stehen, in Rücken-, Seit- und Bauchlage. Auch eine neurologische Untersuchung zur Abklärung von Nervenentzündungen ist Teil der Untersuchungen.

Zur erweiterten Untersuchung gehört auch die Ultraschalldiagnostik der Bauch- und Beckenorgane und des Leistenkanals. Falls erforderlich, kann eine radiologische Diagnostik (Röntgen, CT, MRT) folgen, um die Ursache des Leistenschmerzes zu identifizieren.

Operationstechniken bei Leistenschmerzen

Dem Chirurgen stehen verschiedene Operationstechniken zur Verfügung, aus denen er je nach Befund die langfristig erfolgreichste auswählen wird. Allen Verfahren gemeinsam ist die Verstärkung der Leistenkanalhinterwand. Bei der Versorgung von Leistenhernien kommen offene ebenso minimalinvasive Operationsverfahren infrage. Zusätzlich unterscheidet man zwischen reinen Nahtverfahren und jenen mit Verwendung von Biomaterialien (Netz) zur Gewebeverstärkung.

Operation nach Shouldice:
Für Patienten im jungen und mittleren Alter erweist sich diese Art der Operation oft als die beste Lösung. Dabei wird die Hinterwand des Leistenkanals ohne Verwendung von Netzen verstärkt, indem die Bauchwand durch eine bestimmte Operationstechnik rekonstruiert und stabilisiert wird.

Operation nach Lichtenstein:
Diese Operationstechnik verwendet Netze zur Stabilisierung der Hinterwand.

Operation nach Rutkow:
Über einen kleinen Hautschnitt wird bei diesem Verfahren zusätzlich zum Netz eine Netzplatte eingenäht. Vorteil dieser Methode, ist die Schnelligkeit des Verfahrens ohne zusätzlichen Nahtaufwand.

TAPP-Technik:
Die sogenannte transabdominale präperitoneale Patchplastik (TAPP) ist eine minimal-invasive Operationstechnik. Hier wird per Endoskopie ein Stabilisierungsnetz vom Bauchraum aus über der Bruchöffnung platziert und fixiert.

TEP-Technik:
Die totale extraperitoneale Patchplastik (TEP) entspricht der TAPP-Methode. Das Netz kann bei dieser Methode jedoch ohne Durchtrennung des Bauchfells eingebracht werden.

Vorbeugen von Leistenschmerzen

Man kann bereits mit einfachen Maßnahmen, Leistenschmerzen und besonders einem Leistenbruch dauerhaft vorbeugen. Die richtige Körperhaltung, schonendes Heben von Gewichten, bewusstes Sporttreiben und gesunde Ernährung sind hier wichtige Verhaltensmaßnahmen. Dabei können die Muskulatur und die Gelenke geschont und gekräftigt werden. Von Bedeutung ist, dass Sie Ihr Körpergewicht reduzieren und damit die Bauchmuskulatur entlasten. Wenn Sie häufig unter Verstopfung leiden, achten Sie besonders auf eine ausreichende Trinkmenge und ballaststoffreiche Ernährung. Viel Gemüse und Obst stärken die Verdauung, bringen Vitamine und fördern die Gewichtsreduktion. Verzichten Sie auf zu viel Fleisch, da dies zur Bildung von Nierensteinen führen kann. Besonders wirksam zur Vorbeugung von Leistenschmerzen ist eine regelmäßige körperliche Bewegung:

♣ Durch regelmäßiges Training und eine Stabilisierung der Bauchmuskulatur kann man dem Bauchinnendruck mehr entgegensetzen.
♣ Training von Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur stabilisiert und entlastet die Gelenke.
♣ Die Wirbelsäule profitiert vom stützenden Effekt einer gut aufgebauten Rumpfmuskulatur.
♣ Bewegung ist die wichtigste Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel. So verliert der Körper an überflüssigem Gewicht und verringert einen weiteren Risikofaktor für Leistenschmerzen.

Probleme an den Gelenken verursachen unter anderem Schmerzen in der Leiste. Folgende Tipps können helfen die Gelenke zu schonen:

♣ Tragen Sie gutes Schuhwerk oder Einlagen, um Fehlstellungen der Beinachse zu korrigieren.
♣ Strapazieren Sie Ihre Gelenke nicht übermäßig beim Sport und achten Sie auf eine gleichmäßige Bewegung.
♣ Wenn Sie regelmäßig schwere Lasten heben müssen, verwenden Sie Hebehilfen, Tragegurte oder Hubkarren. Beugen Sie beim Anheben des Gegenstands zunächst die Knie und richten sich langsam mit geradem Rücken auf. Auf ruckartige Bewegungen sollten Sie unbedingt verzichten.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.