Labrum im Gelenk – Funktion und Nutzen

Arztbesuch

Das Hüftgelenk ist sehr kompliziert aufgebaut. Unter anderem ist das Labrum im Hüftgelenk vorhanden, das einige Schutzfunktionen aufweist, das aber auch sehr schmerzhaft für eine betroffene Person reagiert, wenn eine Verletzung des Labrums stattgefunden hat.

Das Labrum acetabuli wird auch als Hüftlippe bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen soliden Faserring, der die Hüftpfanne in ihrem knöchernen Charakter umschließt. Das Labrum hat unterschiedliche Funktionen. Eine besteht darin, die Vergrößerung der Gelenkoberfläche zu bewirken. Die weitere Aufgabe liegt darin, einen Schutz des freien Knorpelrandes zu bewirken und so eine ähnliche Funktion eines Dichtungsring auszuüben. Weiterhin hat das Labrum eine Schmierfunktion, was der Mediziner auch als Lubrikation bezeichnet. Das gesamte Labrum ist von sehr sensiblen Nerven durchzogen, die wiederum die Aufgabe haben, Informationen an das Gelenk weiterzugeben. Da ist auch der Grund, dass eine Verletzung des Labrums sehr schmerzhaft ist.

Das gesunde Labrum

– vergrößert die Gelenkoberfläche
– bietet dem Knorpelrand einen Schutz
– hat eine ähnliche Funktion eines Dichtungsrings im Hüftgelenk

Ist das Labrum defekt, entstehen große und schmerzhafte Probleme

Ist eine Störung im Kopf-Schenkelhals-Übergang gegeben, kann eine Beugung im frühen oder verstärkten Kontakt eine Beschädigung des Labrum nach sich ziehen. Die sich anfangs ausbildenden Risse vergrößern sich bei fortschreitender Belastung und lösen somit eine vorzeitige Alterung des Labrums aus. Dabei ist von dieser fortschreitenden Verletzung der Gelenklippe dann nicht nur das Labrum selbst betroffen, sondern auch die Knorpel im Hüftgelenk leiden. Das wiederum zieht eine Ablösung des Labrums von Pfannenrand nach sich und hat eine Freilegung der Knorpelmasse in der Hüftpfanne zur Folge. Ist der Knorpel innerhalb der Beschädigung letztlich frühzeitig beschädigt und abgenutzt, bildet sich eine schmerzhafte Hüftarthrose aus.

In diesem Fall sind bestimmte Bewegungsabläufe nicht mehr schmerzfrei möglich und Patienten beklagen stechende Schmerzen. Dabei ist der Schmerz belastungsabhängig und langfristig wird der Bewegungsumfang des Hüftgelenks massiv eingeschränkt.

Die Diagnose erfolgt innerhalb der klinischen Untersuchung und hier führen Rotationsbewegungen des Beins zu Schmerzen. Dazu kann mittels Hüftbeugung sowie Innendrehung und Anspreizung, also einem Schmerzprovokationstest, ein Schaden des Labrums diagnostiziert werden.

Auch die Kernspintomographie liefert Aufschlüsse über den Zustand des Labrums. In diesem Fall wird in das Hüftgelenk ein Kontrastmittel eingespritzt. Innerhalb des MRT ist es sogar möglich, die unterschiedlichen Stadien von Labrumsverletzungen zu bestimmen. Während sich nämlich die normal gestaltete Hüftgelenklippe als Dreieck im MRT zeigt, zeigen ich geringgradige Veränderungen des Labrum mit optischen Veränderungen. Ist das Labrum komplett zerstört, weist das MRT komplette Unterbrechungen innerhalb der Labrumstruktur auf und es ist dann üblicherweise davon auszugehen, dass die Gelenklippe sich bereits vollständig vom Pfannenrand abgelöst hat.

Schmerzhafte Läsionen am Labrum lassen sich üblicherweise ausschließlich mit einer Operation behandelt. Dabei dient die OP dem Zweck, den einschießendem Hüftschmerz, der sich aus dem Riss des Labrums ergibt, auszuschalten.

Die meiste Zahl der Verletzungen der Gelenklippe können innerhalb einer Hüftarthroskopie sehr schonend behandelt werden. Die Wahl bei der Behandlung liegt darin, die Gelenklippe zu entfernen oder sie wieder herzustellen. Dabei entscheidet das Ausmaß der Verletzung der Gelenklippe und die Qualität, die es noch hat, welche Wahl getroffen wird.

Die Läsionen des Labrum sind schon sehr lange in der Medizin bekannt und selten ist es der Fall, dass eine solche Läsion isoliert auftritt. Üblicherweise entstehen Verletzungen durch körperlich Aktivitäten, die allerdings meistens in sportlichen Extrembelastungen stattfinden. Auch sich immer wiederholende Bewegungen in beispielsweise Ballsportarten können solche Läsionen des Labrum entstehen. Fortgeschrittene Koxarthrosen ziehen praktisch immer die Labrumläsion nach sich, da hier eine langfristige und nachhaltige Schädigung der Knochen oder der Knorpel des Hüftgelenks entsteht.

Erhöhte Häufigkeiten der Läsion sind bei älteren Menschen zu finden. Das ist darin begründet, das die Labrumläsion eine Folge der Hüftgelenkarthrose ist.

Das defekte Labrum

– bereitet sehr starke Schmerzen
– beeinträchtigt die Beweglichkeit der Hüfte enorm
– muss zur Erhaltung der Mobilität im Regelfall mittels Eingriff wieder hergestellt oder entfernt werden

Fazit

Das Labrum im Hüftgelenk ist ein ebenso kleiner wie auch wichtige Teil des gesamten Hüftgelenks, das seine Aufgaben lediglich in einem intakten Zustand vollständig erfüllen kann. Bestehen Läsionen, zeigen sich diese im mit Nerven stark durchlaufenen Labrum für Betroffene als sehr schmerzhaft.

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