Intraossäres (subchondrales) Ganglion

Intraossäres (subchondrales) Ganglion – einfach erklärt

Ein Intraossäres (subchondrales) Ganglion ist auch im Volksmund als Überbein bekannt. Es tritt in den meisten Fällen in der Nähe des Handgelenks auf. Hierbei tritt eine flüssigkeitsgefüllte Aussackung auf. In der Regel handelt es sich um eine gutartige, tumorähnliche Knochenschädigung. Diese trägt keinerlei Risiko für eine bösartige Entartung.

An einem Überbein können Menschen jedes Alters leiden. Jedoch tritt es im Alter von 20 bis 30 Jahren vorwiegend auf. Die Zahl der betroffenen Frauen ist doppelt so hoch wie die Zahl der betroffenen Männer. Etwa 100.000 Menschen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren sind von einem intraossärem Ganglion betroffen. Hierbei tragen sie in etwa 65 % der Fällen ein derartiges Überbein am Handrücken. Die Ursache hierfür ist eine Bindegewebsvermehrung an der Hand. Hüfte, Knie, Füße, Finger sowie Wirbelsäule sind ebenfalls Stellen, die verhältnismäßig oft betroffen sind. Beim intraossären Ganglion handelt es sich um eine Sonderform. Bei dieser bildet sich das Überbein in einem Knochen. Bei dieser Art von Überbein sind hauptsächlich Röhrenknochen in den Handknochen und in den Beckenpfannen betroffen.

In den meisten Fällen ist das Ganglion nur wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter groß. Das heißt, dass es oftmals überhaupt nicht bemerkt wird. Allerdings kann der Betroffene in der Beweglichkeit seiner Gelenke eingeschränkt sein. Da das Überbein durch seine Größe Druck auf Sehnen ausübt, kann dies zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit führen.
Grundsätzlich leidet der Betroffene eines Ganglions nicht an Schmerzen. Jedoch können bedingt durch den Druck Schmerzen aufteten. Diese betreffen nicht nur die direkte Region um das Ganglion. Sie können auch über diese Region hinaus ausstrahlen. Wenn sich das Überbein beispielsweise am Handrücken befindet, können die Schmerzen bis in den Arm ausstrahlen. Der Grund dafür liegt darin, dass es Nervenbahnen und Gefäße abdrückt.

Bis dato sind die genauen Ursachen eines intraossären Ganglions nicht genau bekannt. Es können lediglich einige Risikofaktoren benannt werden. Hierzu zählen beispielsweise:
– Osteoarthritis (Arthrose)
– rheumatische Erkrankungen (Gicht)
– Störungen der Biomechanik des Gelenks oder der Sehne
– erhöhte Gelenkbelastungen, welche durch wiederholte kleine Verletzungen der Kapsel und des Bandapparats entstehen

Weiterhin können anhaltende Belastungen ebenfalls eine Ursache für die Entstehung eines Überbeins darstellen. Denn diese Belastung kann eine Bindegewebsschwäche der Kapsel oder Sehnenscheiden nach sich ziehen. Folglich entstehen Risse oder Aussackungen und Gelenkflüssigkeit tritt aus oder sammelt sich in den Erweiterungen der Gelenk- oder Sehnenumhüllung. Beim intraossären Ganglion tritt ebenfalls Gelenkflüssligkeit aus, welche sich entlang kleiner Risse in den Knochen fließt. Dort sammelt sie sich.

Die Diagnose gestaltet sich in vielen Fällen kompliziert. Das Beschwerdebild ist meist recht diffus. Deshalb werden oftmals rheumatische Erkrankungen, wie Arthrose oder Sehnenscheidentzündung diagnostiziert. Denn die Röntgenbilder sind meistens unauffällig. Die Durchführung einer Tomographie gibt in einer Vielzahl der Fälle erst konkreten Aufschluss über das Krankheitsbild. Gerade deshalb ist es wichtig, dass der Betroffene bereits bei einem Verdacht einen Orthopäden aufsucht. Auftretende Schwellungen, die sich nicht zurückbilden, können ein Indiz für ein Intraossäres Ganglion sein. Ein Überbein fühlt sich prallelastisch, also wie ein fester Gummiball an. Da er an das Gelenk oder die Sehnenscheide verankert ist, lässt es sich nur minimal verschieben.

Ein Überbein wird in der Regel behandelt, um den Schmerz zu bekämpfen, eine kosmetische Verbesserung zu erzielen oder um die Funktion des betroffenen Körperteils wieder herzustellen. Hierbei gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten. Zunächst kann eine konservative Behandlung erfolgen. Hierbei wird es eine geraume Zeit beobachtet, da es sich gegebenenfalls von alleine wieder zurückbilden kann. Weiterhin kann Physiotherapie bei der Rückbildung unterstützend wirken. Diese Beobachtung erfolgt rund drei Monate. Anschließend wird ein neuer Therapieplan aufgestellt. Eine Aspiration ist zur Behandlung des Ganglions ebenfalls möglich. Bei dieser Behandlungsmethode wird das Überbein punktiert. Zuerst wird die im Überbein enthaltene Flüssigkeit entfernt. Anschließend werden dem Patienten Substanzen wie Ethanol, Kortikosteroide oder Hyaluronidase injiziert. Mit einem Elektrokauter wird das umliegende Gewebe verödet. Dies soll die Neubildung eines Überbeins verhindern. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist eine operative Entfernung. Diese Methode ist diejenige, die am meisten Erfolg verspricht und bei einem intraossären Ganglion häufig angewendet wird. Sofern es jedoch keine Schmerzen verursacht oder die Gefahr einer Knochenfraktur besteht, bedarf es keiner Operation. Bei einer Operation wird die Zyste entfernt sowie die Knochenhöhle ausgekratzt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein intraossäres Ganglion mit Schmerzen verbunden sein kann. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen bösartigen Tumor oder Ähnliches. Im schlimmsten Fall verspürt der Patient Schmerzen und büßt einen Teil der Beweglichkeit der Gelenke um das Ganglion ein. Bei einem intraossären Ganglion bedarf es zur Behandlung im Regelfall einer Operation. Allerdings handelt es sich hierbei nur um einen kleinen Eingriff, welcher mit einem geringen Risiko verbunden ist.

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