Hüftpfannenbruch

Varisationsosteotomie 2

Hüftpfannenbruch – einfach erklärt

Der Hüftpfannenbruch, auch als Hüftpfannenfraktur bezeichnet, entsteht in der Regel durch massive Kräfte, die direkt oder indirekt gegen den Unterleib des Patienten gerichtet sind. Betroffen sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen.

Was ist die Hüftpfanne?

Das Hüftgelenk wurde von der Natur als Kugelgelenk entwickelt, weshalb Schritte nach vorn, nach hinten aber auch ein Spagat möglich sind. Das Kugelgelenk selbst sitzt am oberen Ende des Oberschenkelknochens, was als Hüftkopf bezeichnet wird. Dieser Teil wird weitgehend von der Gelenkpfanne umgeben. Dazu hat das Becken an beiden Seiten eine pfannenähnliche Struktur ausgebildet. Die umschließt den Hüftkopf und sorgt so für die sichere Anbindung der Beine an den Torso, den Oberkörper.

Ursachen einer Hüftpfannenfraktur

Stoffwechselerkrankungen können einen Hüftpfannenbruch begünstigen. Hier ist in erster Linie die Osteoporose zu nennen; die Verringerung der Dichte der Knochen. Das ist meist bedingt durch einen sinkenden Kalziumspiegel oder durch die Unfähigkeit des Körpers, Kalzium in die Knochen einzubauen. Eine Extremvariante ist die sogenannte Glasknochenkrankheit, bei der Teile des menschlichen Stützapparates schon bei minimalen Kräften brechen, teilweise bereits durch das eigene Körpergewicht.

Ein Hüftpfannenbruch war lange Zeit bei Fallschirmspringern häufig zu beobachten. Wenn die statt abzurollen, mit den Füßen voran auf den Boden prallten, durchstießen die Hüftköpfe die Hüftpfanne; beispielsweise bei Absprüngen bei Dunkelheit, Bodennebel oder starkem Regen. Durch die modernen Lenkschirme ist diese Verletzung inzwischen selten geworden.

Bricht die Hüftpfanne, was bei Säuglingen schon beim klassischen Fall vom Wickeltisch passieren kann, ist unbedingt eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Rutschen ältere Menschen auf den nassen Fliesen im Bad aus und landen auf der Seite oder dem Rücken, dann steht zuerst der Aufprallschmerz im Fokus. Es passiert nicht selten, dass sich die Verunfallten ins Bett legen, um die „leichte Prellung“ auszukurieren. Erst beim irgendwann unvermeidlichen Gang zur Toilette wird Ihnen klar, dass der Schaden wohl doch größer ist, als angenommen. Grund dafür ist, dass fast alle Brüche der Hüftpfanne mit einer Luxation der Hüfte einhergehen, also mit einer Fehlstellung. Die wiederum bewirkt, dass das betroffene Bein nicht oder nur stark eingeschränkt genutzt werden kann. Zudem weist dieses Gliedmaß plötzliche eine andere Länge auf und in der Regel ist der Fuß nicht mehr nach vorn ausgerichtet.

Bei gesunden Menschen im Erwachsenenalter treten Hüftpfannenbrüche eher selten auf. Meist werden Sie durch Stürze vom Fahrrad und durch Auto- oder Arbeitsunfälle verursacht. Im Haushalt ist hier das Fensterputzen eine der häufigsten Ursachen. Aus Bequemlichkeit wird selten eine geeignete Leiter, meist nur ein einfacher Stuhl genutzt. Einige Tropfen Wasser auf der Sitzfläche machen das Möbelstück zur tückischen Falle.

Wie zeigt sich ein Hüftpfannenbruch?

Bist du gefallen, hattest einen Unfall und klagst anschließend über starke Schmerzen, eine meist deutlich sichtbare Schwellung und ein großflächiges Hämatom, also einen Bluterguss, dann ist mit größter Wahrscheinlichkeit deine Hüftpfanne gebrochen. Ein sicheres Zeichen für eine Hüftpfannenfraktur ist die Fehlstellung des betroffenen Beines. Ist das plötzlich kürzer kannst du ebenso von einem Hüftpfannenbruch ausgehen.

Die Diagnose

Zur Diagnose und zur Bestätigung der Symptome ist eine Röntgenaufnahme unerlässlich. Je nach Therapie kann eine Computertomografie notwendig werden.

Welche Behandlungsmethoden gibt es für einen Hüftpfannenbruch?

Generell hängt die Therapie der Wahl primär vom Alter des Patienten ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird häufig eine maßgenaue Gipsschale verwendet. Die Knochenstrukturen bei diesen sehr jungen Patienten wachsen noch und das mit rapider Geschwindigkeit. Eine solche Schale stützt, formt und richtet das betroffene Bein in die gewünschte Stellung aus.
Alternativ und bei jungen Patienten die Regel, wird soweit irgend möglich die Osteosynthese als Therapie eingesetzt. Das bedeutet, dass operativ ein Metallimplantat den Bruch verschließt. Wie bei einem Bein- oder Armbruch wächst das Knochengewebe wieder zusammen. Genau das ist bei älteren Patienten meist nicht mehr der Fall. Deshalb wird eine meist aus Titan angefertigte Prothese verwendet, was die Hüftpfanne, oft auch gleich den Hüftkopf ersetzt. Diese sogenannte Hüft-TEP, die totale Endoprothese des Hüftgelenkes besteht aus Gelenkkopf und passender Gelenkpfanne. Allein diese Operation wird in Deutschland jährlich an etwa 200.000 Patienten durchgeführt.

Heilung und Nachsorge

Hast du deine Transplantationsoperation überstanden, wird ein Schlauch aus der Operationswunde ragen. Aus dem laufen Wasser und Blut in einen Auffangbehälter, was vollkommen normal ist. In den meisten Fällen wird dich dein Arzt oder Krankengymnast bereits Stunden nach der Op, spätestens am Folgetag auf die Füße stellen. Dabei darfst du das betroffene Bein nur leicht belasten. Die regelmäßige Gymnastik und deine Mithilfe durch das Nachmachen zuvor gezeigter Übungen ist maßgeblich für den Heilungsprozess verantwortlich. Folgst du den Anweisungen nicht und lässt deine Übungen aus, musst du dich nicht über Beschwerden oder den schleppenden Heilungsverlauf wundern. Das soll nicht heißen; viel hilft auch viel. Ein Überanstrengen des Beines kann ebenso kontraproduktiv sein.

Je nach Schwere des Eingriffs und dem Heilungsverlauf kannst du nach etwa sieben bis 14 Tagen zu Hause essen. Wichtig ist dann eine vitamin- und mineralreiche Ernährung, die aus Früchten, Gemüse, Nüssen aber auch aus Fleisch, Fisch und Vollkornprodukten bestehen sollte. Halte deine Termine zur Krankengymnastik ein. Und sobald die Wunde geschlossen ist, kann tägliches Schwimmen kleine Wunder bewirken. Die vollständige Heilungsdauer ist unterschiedlich und von Faktoren wie dem Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Ernährung und natürlich von der Schwere des Bruchs sowie der Operation abhängig. Bist du gut beieinander und ansonsten körperlich fit, kannst du mit etwas Glück nach etwa drei Monaten langsam anfangen Fußball zu spielen.

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