Epiphysiolysis Capitis Femoris – einfach erklärt

Dreifach Becken-Osteotomie 1

Bei der Epiphysiolysis Capitis Femoris handelt es sich um eine orthopädische Erkrankung des Hüftgelenks, die auch als Jugendliche Hüftkopflösung bezeichnet wird. Bei dieser Krankheit gleitet der Hüftkopf gegenüber dem Schenkelhals im Bereich der Wachstumsfuge ab. Betroffen von der Epiphysiolysis Capitis Femoris sind nur Kinder. Doch wodurch wird dieses Krankheitsbild verursacht, wie erfolgt die Diagnose und wie wird die Krankheit therapiert?

Welche Beschwerden verursacht die Epiphysiolysis Capitis Femoris?

Viele betroffene Patienten berichten vielfach über Schmerzen im Knie, sowie an der Vorderseite der Oberschenkel. Ebenfalls können sich Schmerzen in der Leiste zeigen. Bei einer Dislokation der Hüfte kann es zu einer leichten Beinverkürzung und in der Folge zu einem Hinken kommen. Damit die Betroffenen weniger Schmerzen haben, wird das Bein in Außenrotation gehalten.

Welche Formen der Epiphysiolysis Capitis Femoris gibt es?

Ausgehend vom Ausmaß der Jugendlichen Hüftkopflösung werden akute Epiphyseolysen von schleichend verlaufenen Formen unterschieden. Die akute Form ist dadurch gekennzeichnet, dass eine vollständige Ablösung der Epiphyse vorliegt, während es bei schleichend verlaufenden Formen nur in Ausnahmefällen zu einer kompletten Ablösung kommt. Vielmehr verbreitert sich die Epiphysenfuge nur langsam. Allerdings kann es in der Folge zur Dislokation des Hüftkopfes kommen.

Wodurch wird die Epiphysiolysis Capitis Femoris verursacht?

Die Jugendliche Hüftkopflösung kann als Ausdruck einer Wachsstumsstörung angesehen werden. Die Erkrankung tritt nur bei Kindern auf, weil sich ihre Wachstumsfuge noch in der Entwicklung befindet und daher noch instabil ist. Zumeist tritt die Krankheit zwischen dem 10. und dem 14. Lebensjahr auf. Jungen sind dreimal häufiger als Mädchen von diesem Krankheitsbild betroffen. Eine große Anzahl der betroffenen Kinder weist zudem Übergewicht auf, allerdings ist die eigentliche Ursache der Krankheit weiter unklar. Vermutet werden Zusammenhänge mit der Hormonumstellung im Jugendalter, einer körperlichen Überbelastung oder einer verstärkten Drehung des Schenkelhalses.

Wie wird die Epiphysiolysis Capitis Femoris diagnostiziert?

Zumeist zeigen sich Probleme mit der Hüfte als Leistenschmerzen, bei Kindern können sie sich aber auch als Knieschmerzen zeigen. Damit dadurch keine Fehldiagnosen entstehen, sollten ein Röntgenbild gemacht und eine Differentialdiagnose erstellt werden. Zusätzlich zu einer Beckenübersichtsaufnahme sollte eine axiale Aufnahme in Lauenstein-Projektion beidseits vorgenommen werden, da bei dieser Aufnahme eine etwaige Fehlstellung der Epiphyse gut erkannt werden kann.
Hinzu kommt selbstverständlich eine körperliche Untersuchung, sowie das Gespräch mit dem Patienten.

Wie wird die Epiphysiolysis Capitis Femoris therapiert?

In den meisten Fällen ist bei einer Epiphysiolysis Capitis Femoris eine operative Fixierung nötig. Durch die Operation soll auch die Gefahr einer möglichen Hüftkopfnekrose reduziert werden. Ziel der operativen Behandlung ist es, das weitere Abrutschen des Hüftkopfs zu verhindern. Dies wird durch eine Fixation des Hüftkopfs unter Zuhilfenahme von Nägeln und Schrauben erreicht. Auf diese Weise kann die eigentlich normale Anatomie im Kopf-Schenkelhals Bereich wiederhergestellt werden. Bei jüngeren Patienten verwenden die Chirurgen häufig Bohrddrähte, die sie parallel zum Schenkelhals über die Wachstumsfuge bis hin zur Epiphyse schieben. Bei dieser Methode richtet ein weiterer Wachstumsschub keinen Schaden an. Ältere Kinder, bei denen keine weiteren Wachstumsschübe zu erwarten sind, bekommen zumeist Schrauben, die nur ein kurzes Gewinde haben, in gleicher Richtung in den Hüftkopf operiert. Diese Operation wird als Epiphyseodese bezeichnet und soll die Wachstumsfuge der Kinder und Jugendlichen überbrückend stabilisieren.

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