Dynamische Hüftschraube – einfach erklärt

Laprumriss

Dynamische Hüftschraube

Die Dynamische Hüftschraube wird am Oberschenkelknochen befestigt. Wie sie funktioniert, welche Ziele sie verfolgt und welche Risiken und Nebenwirkungen sie mit sich bringt, erfährst Du im folgenden Artikel.

Die Dynamische Hüftschraube, kurz auch DHS genannt, ist eine spezielle Metallplatte-Schrauben-Konstruktion, die am Oberschenkel des Patienten befestigt wird. Sie beschreibt ein Verfahren, das in der Osteosynthese zum Einsatz kommt und hilft dabei, gebrochene Knochen wieder zusammenfügen zu können. Wie die Dynamische Hüftschraube genau funktioniert und mit welchen Risiken sie verbunden ist, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist die Dynamische Hüftschraube?

Wenn es zu einem Oberschenkelhalsbruch kommt, muss dieser mit einer hüftkopferhaltenden Operation behoben werden. In der Regel kommen hierfür Nägel und Platten zum Einsatz. Der Nachteil ist allerdings, dass Du das operierte Bein rund drei Monate nach der Operation nicht belasten darfst und somit in Deiner Bewegung sehr eingeschränkt bist. Hast Du einen Sturz oder Unfall erlitten, werden in der Regel Platten und Nägel eingesetzt. Damit Du Dich allerdings so schnell wie möglich wieder frei bewegen kannst, gibt es die Dynamische Hüftschraube. Diese wird zusammen mit einer Seitenplatte an Deinem Oberschenkelhals angebracht.

Wie funktioniert die Dynamische Hüftschraube?

Bei der Dynamischen Hüftschraube handelt es sich genauer gesagt um eine Konstruktion. Diese besteht aus einer Schraube und einer Metallplatte. Dieses Implantat soll Frakturen in der Nähe Deines Hüftgelenks stabiliseren. In der Regel wird die Dynamische Hüftschraube bei hüftnahen Oberschenkelfrakturen oder Oberschenkelhalsbrüchen eingesetzt. Ihr Kernstück ist die Schenkelhalsschraube, welche die Fraktur stabilisiert. Die Metallplatte fixiert hingegen das Hüftgelenk selbst. Angebracht wird die Dynamische Hüftschraube in Knienähe in Richtung des Knochenendes. Fixiert wird sie am Ende mit Nägeln oder Schrauben am Knochenschaft. Damit die Schenkelhalsschraube vor- und zurückgleiten kann, wird zusätzlich eine abgewinkelte Hülse in den Oberschenkelhals eingebracht. Je nach Richtung des Bruchs wird die Dynamische Hüftschraube über einen Schnitt von rund 10 cm am Oberschenkelhalsknochen befestigt. Um dieses Verfahren durchführen zu können, ist in so gut wie allen Fällen eine Vollnarkose notwendig.

Welches Ziel verfoglt die Dynamische Hüftschraube? Die Vor- und Nachteile

Die Dynamische Hüftschraube verfolgt in der Regel vor allem das Ziel, dass das natürliche Hüftgelenk des Patienten vollständig erhalten bleiben kann. Um dieses Ziel erreichen zu können, kommt oft auch der Gammanagel zum Einsatz. Bei diesem handelt es sich um ein osteosynthetisches Implantat, welches aus einem Marknagel, einer rotationsstabilen Schenkelhalsschraube und aus einer Verriegelung am unteren Ende besteht. Möglich ist es grundsätzlich auch, dass der Gammanagel ohne die Schenkelhalsschraube zum Einsatz kommt. Ob dies funktioniert oder nicht, hängt aber vom Typ des Bruchs ab. Der Gammanagel und die Dynamische Hüftschraube haben beide ihre Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund muss Dein Arzt immer entscheiden, welche Behandlung für Dich besser geeignet ist:

Der Gammanagel:

– Vorteile: Als Marknagel schont er das Gewebe und die Knochenhaut und bietet vor allem bei älteren Patienten mit Osteoporose viel Stabilität.
– Nachteil: Die Fettausschwemmung kann bei älteren Menschen, die an einer Lungenschädigung leiden, zu einer Fettembolie führen, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Die Dynamische Hüftschraube:

– Vorteil: Die Gefahr einer Fettembolie ist bei der Dynamischen Hüftschraube nicht gegeben.
– Nachteile: Vor allem bei stark porösen Knochen kann die Dynamische Hüftschraube nur schlecht befestigt werden, sodass die Gefahr eines zusätzlichen Bruchs gegeben ist, da Befestigungsschrauben und eine Platte zum Einsatz kommen.

Die Gefahren, Risiken und Nebenwirkungen der Dynamischen Hüftschraube

Die Dynamische Hüftschraube soll dafür sorgen, dass Patienten ihr operiertes Bein so schnell wie möglich wieder voll und ganz belasten können. Außerdem soll sie das Hüftknochengelenk erhalten. Dies spielt vor allem bei jüngeren Patienten eine große Rolle, denn nur so können Nachfolgeoperationen vermieden werden. Die Ausschwemmung von Fett, die beim Gammanagel-Verfahren durchaus gegeben ist, gibt es be der Dynamischen Hüftschraube nicht. Somit kann es auch nicht zu einer Fettembolie kommen. Jedoch solltest Du beachten, dass der Marknagel, der beim Gammanagel-Verfahren zum Einsatz kommt, die Knochenhaut und das Knochengewebe schont. Diese sehr schonende Vorgehensweise ist beim Einsatz der Dynamischen Hüftschraube leider nicht gegeben. Vor allem bei Patienten, die unter starker Osteoporose leiden, sollten das Verfahren über die Dynamische Hüftschraube also nicht wählen, da viele Schrauben und Nägeln zum Einsatz kommen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es zu weiteren Frakturen kommt.

Fazit

Die Dynamische Hüftschraube kommt häufig nach einem Oberschenkelhalsbruch zum Einsatz und verfolgt vor allem das Ziel, dass das natürliche Hüftgelenk des Patienten vollständig erhalten bleiben kann. Im Gegensatz zum Gammanagel-Verfahren, das ebenfalls häufig in diesen Fällen zum Einsatz kommt, birgt die Dynamische Hüftschraube nicht das Risiko einer Fettembolie, dennoch ist sie für Patienten, die an Osteoporose leiden, nicht empfehlenswert, da sie die Knochenhaut und das Knochengewebe im Gegensatz zum Gammanagel-Verfahren nicht schont.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.