Die angeborene Hüftdysplasie und Hüftluxation im Kindes- und Erwachsenenalter

Die angeborene Hüftdysplasie ist eine verzögerte oder gestörte Entwicklung des Hüftgelenks beim Neugeborenen. Dabei ist die anfänglich aus Knorpel bestehenden Hüftgelenkspfanne bei der Geburt nicht ausreichend ausgebildet. Dadurch wird das Hüftgelenk instabil und kann luxieren, das bedeutet, der Gelenkkopf kann aus der Gelenkpfanne springen. In der Regel wird das Vorliegen einer Hüftdysplasie bei Säuglingen in der U3-Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt erkannt.

Wann tritt eine Hüftdysplasie auf?

Die Hüftdysplasie ist deutlich häufiger bei Mädchen als bei Jungen zu finden und kann familiär oder in bestimmten Regionen gehäuft auftreten. Eine Steißlage bei Geburt oder Situationen, in denen der Fetus wenig Platz während der Schwangerschaft hat, beispielsweise bei Zwillingsschwangerschaften, können ebenso das Auftreten einer Hüftdysplasie begünstigen.

Diagnostik

In Deutschland wird eine bestehende Hüftgelenksdysplasie in der Regel bei der U3-Vorsorgeuntersuchung, einen Monat nach der Geburt beim Kinderarzt durch einen Ultraschall beider Hüften erkannt. Dabei kann die Hüftgelenksdysplasie in verschiedenen Schweregraden vorliegen, nach denen sich dann die Therapie richtet. Bei betroffenen Säuglingen kann manchmal eine unterschiedliche Länge der Beine oder eine Asymmetrie der Gesäßfalten auffallen. Ist das betroffene Kleinkind älter als ein Jahr, muss eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden, um eine Dysplasie der Hüfte erkennen zu können. Die möglichst frühzeitige Erkennung und Therapie ist wichtig um Folgeschäden, wie eine Beschädigung des Hüftgelenks, zu verhindern. Bei rechtzeitiger und korrekter Therapie kann die Hüftdysplasie folgenlos ausheilen.

Therapie

Die Therapie erfolgt nach den Schweregraden der Hüftdysplasie und reicht von einer breiten Wickelung der Windeln über Schienen- oder Gipsbehandlungen bis hin zu notwendigen Operationen.

Die Hüftdysplasie beim Erwachsenen

Wird das Vorliegen einer Hüftdysplasie nicht rechtzeitig erkannt, können Schäden des Hüftgelenkes auftreten. Unter Umständen machen sich diese Schäden erst im Erwachsenenalter bemerkbar, wenn es zum Verschleiß des Hüftgelenks, auch Coxarthrose genannt, kommt. Die Arthrose des Hüftgelenks äußert sich durch Schmerzen in der Leiste, Hüfte oder Knie, zunächst nur bei starker Belastung, wie beim Sport. Auch Instabilitätsgefühle, wie das Gefühl des Wegknickens in der Hüfte können auftreten. Im Verlauf können diese Beschwerden dann auch in Ruhe oder bei geringer Belastung vorkommen. Bei Erwachsenen wird die Diagnose meist mit Hilfe eines Röntgenbildes gestellt. Im Gegensatz zu Säuglingen müssen Erwachsene mit Hüftdysplasie meist operiert werden.

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