Beckenschiefstand

medizin

Beckenschiefstand – einfach erklärt

Wenn die Beine eines Menschen eine unterschiedliche Länge haben, kann ein Beckenschiefstand entstehen. Das Becken sorgt dafür, dass die Wirbelsäule mit den Beinen verbunden ist. Im Optimalfall befindet es sich in einer waagerechten Position. Es passt sich den Beinen an und sobald die Beinlänge ein wenig unterschiedlich ist, passt sich das Becken dieser an. In der Regel führt ein leichter Beckenschiefstand nicht zu Problemen, da dieser völlig normal und oftmals auch angeboren ist. Etwa 2/3 der Menschen leiden an dieser Symptomatik. Gerade bei Menschen, die sich noch im Wachstum befinden, wird eine derartige Diagnose relativ oft getroffen. Die Ursache hierfür ist, dass die Knochen nicht immer gleichmäßig wachsen. Die ungleichen Beinlängen verschwinden allerdings in den meisten Fällen während des weiteren Wachstumsverlaufs.

Mediziner unterscheiden zwischen den zwei folgenden Arten von Beckenschiefstand:
– Struktureller Beckenschiefstand: Dieser entsteht, sobald die Beine eine unterschiedliche Länge haben. Im Stein kippt das Bein hierbei zur Seite. Die unterschiedliche Beinlänge ist für diesen Beckenschiefstand verantwortlich.
– Funktioneller Beckenschiefstand: Dieser entsteht durch einseitig trainierte Muskeln oder muskuläre Verspannungen. Die Beine sind gleich lang, dennoch gehört das Becken in Schieflage.

Ein Symptom bei einem Beckenschiefstand ist häufig eine Skoliose. Denn der Rücken versucht diesen Schiefstand auszugleichen. Dies geschieht durch eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Schulter-, Nacken- sowie Kopfschmerzen können bei diesem Krankheitsbild ebenfalls typisch sein. Viele Patienten haben oftmals im Alltag keine Probleme. Diese tauchen jedoch erst im unteren Rücken auf bei längerem Sitzen oder Stehen. Die Knie- und Fußgelenke können ebenfalls schmerzen. Dies Verkrümmung führt zu einer stärkeren Abnutzung und die Symptome nehmen mit der Zeit zu.

Eine leicht schiefe Position des Beckens kann der Körper in den meisten Fällen selbst ausgleichen. Aus diesem Grund ist in der Regel keine Therapie notwendig. Sobald der Beckenschiefstand allerdings Schmerzen verursacht oder eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule einher geht, ist eine Therapie unerlässlich. Das Positive an dieser Stelle ist, dass oftmals Physiotherapie genügt, um dieser Skoliose Abhilfe zu schaffen. Hierbei werden spezielle Übungen zur Kräftigung des Rückens durchgeführt. Die Übungen gleichen Muskeldysbalancen aus und fördern eine aufrechte symmetrische Haltung. In vielerlei Fällen geht ein Beckenschiefstand mit Muskelverspannungen einher. Diese Ursache ist positiv, denn ihr kann verhältnismäßig schnell Abhilfe geschafft werden. Sl können Entspannungstechnigen Teil der Therapie sein. Yoga, Massagen sowie progressive Muskelentspannung können bereits nach kurzer Dauer die Symptome lindern.
Wie bereits erwähnt, zählen Beinlängendifferenzen zu den Ursachen eines Beckenschiefstands. In diesem Fall verordnet der Arzt spezielle Einlagen für Schuhe oder eine Sohlenerhöhung, je nach dem, wie ausgereift die Beinlängendifferenz ist. Sofern die Beinlängendifferenz bis zu einem Zentimeter beträgt, genügt eine Ferseneinlage. Bei einer Beinlängendifferenz von bis zu drei Zentimetern wird es kritischer. Hierbei ist eine Erhöhung des Absatzes oder der kompletten Schuhsohle erforderlich. Die gute Nachricht lautet, dass bei einer Beinlängendifferenz operative Maßnahmen nur selten vorgenommen werden. Der Grund hierfür ist, dass eine operative Beinverlängerung eine langwierige Behandlung ist. Sie kann bis zu mehreren Jahren in Anspruch nehmen.

Bei einer Vielzahl von Krankheiten geht nichts über eine gute Prävention. Allerdings kann einem Beckenschiefstand nur in bedingtem Maße vorgebeugt werden. Zunächst ist es wichtig, dass du mit regelmäßiger Bewegung die Stärkung deines Rückens ankurbelst. Eine aufrechte Haltung ist ebenfalls produktiv. Gerade bei einer sitzenden Tätigkeit im Alltag ist es wichtig, in der Freizeit die Muskeln zu stärken. Krafttraining im Fitnessstudio ist noch nicht einmal unbedingt notwendig. Oftmals genügt es, einfach die Treppe zu nehmen anstatt des Fahrstuhls, regelmäßige Spaziergänge oder kurze Strecken mit dem Fahrrad, anstatt mit dem Auto zurückzulegen. Zu viel Stress sollte ebenfalls vermieden werden. Denn dieser führt zu Muskelverspannungen, welche wiederum den Beckenschiefstand begünstigen können.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass zahlreiche Menschen an einem Beckenschiefstand leiden. Besonders oft kommt dieser bei Kindern vor, da sie sich noch im Wachstum befinden. Bei einem leichten Beckenschiefstand besteht kein Grund zur Sorge. Denn gerade im Kindesalter sind die Wachstumsfugen noch geöffnet und je nach Schwere verwächst er sich im Laufe der Zeit wieder. Des Weiteren kann eine Kontrolle beim Orthopäden oder Physiotherapeuten weiterhelfen. Denn bei einem Beckenschiefstand treten anfangs selten bis gar keine Beschwerden auf. Die Beschwerden verspürt der Patient erst dann, wenn seine Skoliose sich bereits in einem weiter fortgeschrittenen Stadium befindet. Befindet sie sich jedoch erst im Anfangsstadium, genügen diverse Übungen, um dieser entgegenzuwirken oder sie zumindest zu lindern. Oftmals kann einem Beckenschiefstand auf Grund einer Beinlängendifferenz mit speziellen orthopädischen Einlagen oder Physiotherapie Abhilfe geschafft werden. Somit steht kein Grund zu großer Besorgnis. Denn wenn das Krankheitsbild im Anfangsstadium erkannt wird, bestehen sehr gute Chancen auf Heilung.

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