Azetabulumfraktur

Hüft Gesundheit

Azetabulumfraktur – einfach erklärt

Im folgenden Artikel erfährst Du, was unter einer Azetabulumfraktur verstanden wird, welche Symptome typisch sind und wie die Behandlung der Fraktur in der Regel abläuft.

Bei einer Azetabulumfraktur handelt es sich um einen Knochenbruch, der im Bereich der Hüftgelenkspfanne auftritt. Diese Fraktur zählt zu den schwerwiegenden Frakturen und tritt häufig in Folge eines Unfalls auf. Aus diesem Grund kannst Du die Fraktur auch nur von Orthopäden oder Unfallärzten behandeln lassen. Verbunden ist die Fraktur in der Regel mit starken Schmerzen sowie mit einem operativen Eingriff. Der Artikel verrät, wie Du eine Azetabulumfraktur erkennst und wie die Behandlung abläuft.

Was ist das Azetabulum und wie kommt es zu einer Fraktur?

Als Azetabulum wird die Becken- oder Hüftpfanne bezeichnet, die in Form eines Halbmondes einen wichtigen Teil des Hüftgelenks darstellt. Zudem ist sie der Treffpunkt von Darmbein, Schambein und Sitzbein. Die Azetabulumfraktur ist eine Gelenkfraktur, die beim Beckenbruch eine Sonderstellung einnimmt. In der Regel ist die Fraktur die Folge von indirekter oder direkter Gewalteinwirkung. Wird der Kopf des Oberschenkels schlagartig gegen Deine Hüftgelenkspfanne gedrückt, kann es zu einer Azetabulumfraktur kommen. Im Gegensatz dazu liegt eine indirekte Gewalteinwirkung beispielsweise vor, wenn die Kraft über den Oberschenkelknochen abgeleitet wird. Der Fall ist das häufig bei Auffahrunfällen. In diesen Fällen prallt das Knie häufig am Armaturenbrett auf. Nicht selten tritt die Fraktur in Kombination mit einer Verrenkung des Hüftgelenks auf.

Welche Symptome treten bei einer Azetabulumfraktur auf?

Die Symptome bei einer Azetabulumfraktur gleichen den Symptomen eines Beckenbruchs. Sie beinhalten aus diesem Grund:

– starke Schmerzen
– Schwellungen
– möglicherweise einen instabilen Beckenknochen
– möglicherweise Blutergüsse an den betroffenen Körperpartien
– eventuell unterschiedlich lange Beine aufgrund des Beckenbruchs

Die Diagnose bei einer Azetabulumfraktur

Um eine Azetabulumfraktur sicher diagnostizieren lassen zu können, solltest Du einen Arzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie aufsuchen. Für die Diagnose ist es besonders wichtig, die Krankengeschichte und den Unfallhergang so detailliert wie nur möglich erfassen zu können. Aus diesem Grund wird Dir der Arzt einige Fragen stellen:

– Was ist passiert?
– Wie ist der Unfall passiert?
– Wie können die Schmerzen beschrieben werden?
– Waren einige Beschwerden bereits vor dem Unfall vorhanden?
– Gibt es frühere Verletzungen oder Vorschäden?

Nach der Befragung kommt es in der Regel zu einigen Untersuchungen. In der Regel wird das Becken abgetastet, damit eventuelle Unregelmäßigkeiten festgestellt werden können. Auch wird der Arzt Dich auf äußere Verletzungen untersuchen. Um die Stabilität Deines Beckens einschätzen zu können, wird der Arzt Deine Beckenschaufel vorsichtig mit Druck untersuchen. Nicht selten wird zudem eine rektale Untersuchung mit dem Finger durchgeführt. Dies ist vor allem sinnvoll, um innere Blutungen ausschließen zu können. Um mögliche Nervenschäden ausschließen zu können, wird der Arzt außerdem die Durchblutung, Motorik und Sensibilität Deiner Beine und Füße überprüfen.

Wie läuft die Behandlung der Azetabulumfraktur ab?

Da es sich bei einer Azetabulumfraktur um eine sehr schwere Verletzung handelt, muss die Fraktur in so gut wie allen Fällen operiert werden. Nur so kann schließlich auch ein vorzeitiger Gelenkverschleiß vermieden werden. Nach der Operation ist strikte Bettruhe angesagt. Sollte zusätzlich ein mehrfacher Beckenbruch vorliegen, können Patienten ihre Beine unter Umständen erst nach einigen Monaten wieder belasten. Während der Operation werden die einzelnen Bruchteile mittels Platten und Schrauben sowie mit einem äußeren Stabilisator fixiert. Dabei kommen bei der akuten Phase fast nur Narkosemittel zum Einsatz. Da der Eingriff sehr anspruchsvoll ist, solltest Du diesen immer in einem spezialisierten Zentrum durchführen lassen. Durch die schmerzlindernden Medikamente werden für den Patienten physiotherpeutische Übungen möglich. Außerdem gibt es einige Medikamente, die über beruhigende Eigenschaften verfügen. Dies zeigt bei vielen Patienten eine sehr positive Wirkung.

Die Rehabilitation nach einer Azetabulumfraktur

Da eine Azetabulumfraktur ein vergleichsweise komplizierter und schwerwiegender Bruch ist, ist eine lange Regenerations sehr wichtig für Patienten. Bis Du Dein Bein wieder vollständig belasten darfst, können einige Wochen oder sogar Monate vergehen. Jedoch solltest Du so schnell wie möglich mit der Mobilisation beginnen. Nur so können der Abbau der Muskulatur und das Risiko für Thrombose verringert werden. Häufig kommt zu Beginn der Physiotherapie Wasser zum Einsatz, denn die Bewegung im Wasser stärkt die Muskulatur und hilft dem Patienten dabei, den Bewegungsumfang wieder voll und ganz herstellen zu können. In der Regel besteht das Programm während der Rehabilitation aus assistierter aktiver und passiver Mobilisation. Zunächst werden Übungen durchgeführt, bei welchen der Patient die Muskulatur anspannen muss. Im Anschluss daran kommen Übungen hinzu, bei welchen der Patient seine Muskulatur bei Bewegung anspannen muss. Später werden selbstverständlich auch spezielle Übungen für den Lenden- und Kreuzbereich sowie für das Hüftgelenk durchgführt. Nach der Reha solltest Du zunächst mit leichten Sportarten beginnen, die jedoch mit dem Arzt abgesprochen sein sollten.

Fazit

Eine Azetabulumfraktur gehört zu den schwerwiegendsten und kompliziertesten Frakturen überhaupt. Häufig entsteht sie infolge von Unfällen und muss unbedingt von einem Spezialisten operiert werden. Nach der Operation kann es einige Wochen oder Monate dauern, bis der Patient seine Beine wieder belasten darf. In dieser Zeit ist eine gute Reha besonders wichtig.

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