Acetabuloplastik – einfach erklärt

Hüft Gesundheit

Acetabuloplastik ist eine Operationstechnik, die bei einer Hüftdysplasie bei Kindern zum Einsatz kommt. Eine operative Maßnahme erfolgt meist dann, wenn konservative Methoden nicht fruchten. Eine Acetabuloplastik ist möglich, solange die Y-Fuge offen ist. Sprich, etwa bis zum 13. Lebensjahr.

Acetabuloplastik – Maßnahmen bei Hüftdysplasie

Acetabuloplastik ist der Oberbegriff unterschiedlicher Operationstechniken zur Behandlung der Hüftdysplasie im Kindesalter. Das Hüftbein besteht aus drei Knochen, dem Sitzbein, Darmbein und Schambein, die miteinander verbunden sind. Bei Kindern die sich im Wachstum befinden, sind die Verbindungsstellen zwischen den Knochen bindegewebig und offen, später entwickelt sich flexibles Knorpelgewebe, welches diese verbindet, bis es sich später verknöchert. In Folge treffen die drei Wachstumsfugen auf eine Hüftgelenkspfanne, die eine Y-Fuge bildet. Fehlt dem sogenannten Hüftkopf die seitliche und vordere Überdachung, spricht man von einer Hüftdysplasie. In Folge kann der Hüftkopf je nach Schweregrad verrutschen und sich auszurenken.

Acetabuloplastik kurz Zusammengefasst

Die Acetabuloplastik wird noch in dem Stadium durchgeführt, solange die Y-Fuge offen ist. Hier wird oberhalb der Pfanne das Darmbein durchtrennt. In Folge kann der seitliche Pfannenerker heruntergeschwenkt werden. Der Knickpunkt findet sich hierbei an der Y-Fuge. Dies ist die Grundlage aller Operationstechniken in der Acetabuloplastik, nur unterscheiden sich diese ein wenig an der Vorgehensweise.

Was ist das Ziel der Operation?

Der laterale und ventrale Pfannenerker soll so weit wieder hergestellt werden, dass der Hüftkopf eine physiologische Überdachung erhält. Je früher die Acetabuloplastik zum Einsatz kommt, desto eher wachsen der Schenkelhals und das Hüftgelenk normal zusammen.

Wie funktioniert die Laterale Überdachung Bemessung?

Hierzu wird der Acetabulumwinkel (AC-Winkel) am Beckenübersichtsröntgenbild gemessen. Es handelt sich dabei um einen Winkel, der Horizontal durch die Y-Fuge in einer Linie es Pfannenerker entlang geht. Der AC-Winkel liegt bei gesunden Neugeborenen bei etwa 25°, dieser verändert sich im Laufe der Jahre immer wieder. Mit 6 Jahren sollte der Winkel bei etwa 15° liegen und im 12. Lebensjahr bei 11-12°. Je früher die anatomische Rekonstruktion durchgeführt wird, desto eher können die Knochen natürlich zusammenwachsen.

Wann ist eine Acetabuloplastik notwendig oder empfehlenswert?

Eine Acetabuloplastik wird durchgeführt, wenn eine Hüftdysplasie vorliegt und sich diese nicht HD konservativ behandeln lässt. Als Behandlungsmethoden werden unter anderem der Spreizgips, Repositionsgips, Spreizhose oder Spreizschiene eingesetzt. Wird eine nicht reponierbare Hüftluxation Diagnose gestellt, sollte eine Acetabuloplastik so rasch als möglich durchgeführt werden. Sprechen keine medizinischen Gründe gegen eine OP, ist diese bereits ab dem ersten Lebensmonat bei Säuglingen möglich. Empfohlen wird dieser Eingriff erst mit eineinhalb Jahren. Die Festigkeit der Knochen bieten zu diesem Zeitpunkt die besseren Voraussetzungen für eine Operation. Da im Vorfeld konservative Maßnahmen eingesetzt werden, um eine nicht operative Korrektur zu versuchen, findet die Acetabuloplastik meist erst ab dem zweiten Lebensjahr statt. Bei einer milden Form der Hüftdysplasie wird oftmals bis zum 3. Lebensjahr gewartet, weil hier eine konservative Heilung durch Hilfsmittel möglich ist.

Operationen sind möglich, solange die Y-Fuge offen bleibt. Somit ist die Durchführung bis zum 12 bzw. 13 Lebensjahr möglich. Erstdiagnosen werden in der Regel schon bei Säuglingen gestellt, kommt es zu späteren Diagnosen, wo direkte Operationen möglich sind, sollte eine Heilung mit konservativen Maßnahmen dennoch versucht werden, abhängig davon, um welchen Schweregrad es sich handelt. Zu beachten gilt, handelt es sich um einen stark verformten Hüftkopf, um eine bereits geschlossene Fuge und um einem abgeschlossenen Knochenwachstum, ist eine Acetabuloplastik nicht mehr möglich. Operationen dieser Art werden außerdem manchmal bei Morbus Perthes (der frühkindlichen Hüftkopfnekrose), wie auch bei neurologischen Störungen, die zu einer Hüftdysplasie oder Hüftluxation führen, eingesetzt. Durchgeführt wird die Operation in Vollnarkose. Kinder bekommen im Vorfeld ein Schmerzmittel als Injektion oder als Zäpfchen verabreicht. Komplikationen sind wie bei jeder Operation möglich. Jedoch handelt es sich um einen relativ kurzen Eingriff mit sicheren Zugang, sodass sich der Blutverlust gering verhält. Manchmal kann es zu unerwarteten Knochenbrüchen während der Behandlung kommen, diese werden intraoperativ direkt während des Eingriffs versorgt. Nach dem Eingriff bekommt das Kind einen 6 Wöchigen Gips und es erfolgen Nachuntersuchungen.

Fazit:

Um einen weiteren gesunden Wachstum zum Gewährleisten, ist die Acetabuloplastik eine Möglichkeit, um Spätfolgen zu unterbinden. Bevor ein chirurgischer Eingriff veranlasst wird, sollten jedoch konservative Maßnahmen Anklang finden.

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