Vorbeugung bei Hüftarthrose

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Vorbeugung-Prävention bei Hüftarthrose

Arthrose ist eine Verschleißerscheinung des Körpers. Meist wird sie mit fortschreitendem Lebensalter spürbar und kann nicht nur im Hüftgelenk auftreten. Prinzipiell können alle Gelenke davon betroffen sein, besonders verbreitet ist Arthrose jedoch in Hüft-, Knie- und Schultergelenken. Wenn die Knorpel im Gelenk aneinander reiben, baut sich diese schützende Schicht allmählich ab. Sie kann sich weder selbst regenerieren, noch künstlich ersetzt werden. Die Folge abgebauter Knorpel sind nicht nur Schmerzen, sondern Dein Körper wird immer unbeweglicher. Viele Arthrosepatienten haben einen so genannten Anlaufschmerz, nachdem sie längere Zeit gesessen hatten. Die Hüften fühlen sich dabei an, als wären sie eingerostet. Bedingt durch die degenerierte oder gar gänzlich fehlende Knorpelschicht fehlt der Puffer, der Deine Bewegungen abfedern kann.

Auch in jüngeren Jahren kann man von einem verfrühten Abbau der Gelenkknorpel betroffen sein. Insbesondere bei Frauen kommt dies vor, beispielsweise durch eine angeborene Fehlstellung, wie Hüftdysplasie. Die Hüftarthrose (der Fachbegriff dafür lautet Coxarthrose) ist eine weit verbreitete Einschränkung. Sie kann zwar nicht geheilt werden, ihr Verlauf aber durch verschiedene Faktoren positiv beeinflusst werden.

Haltung

Wenn Du bereits an einer Hüftarthrose leidest, solltest Du gut darauf achten, keine Schonhaltung einzunehmen. Oft wird das Gelenk, welches Dir Schmerzen bereitet, bewusst oder unbewusst entlastet. Versuche das zu vermeiden, denn dadurch bauen sich die Muskeln weiter ab, die das Gelenk stützen. Die eingenommene Schonhaltung bewirkt dann genau das Gegenteil der Schonung, nämlich die weitere Verschlechterung Deines Gelenkes. Viele Krankenkassen bieten ihren Kunden kostenlose oder günstige Kurse an, in denen eine bessere Körperhaltung trainiert wird. Nicht nur Hüft- und Kniekurse können dabei hilfreich sein, Du kannst auch zur Rückenschule gehen, um positiven Einfluss auf Deine Hüftgelenke zu bewirken. Durch Sehnen, Muskeln und Bänder sind gerade Knie, Hüfte und Lendenwirbelbereich stark miteinander verbunden und lösen oft gegenseitig Probleme aus. Ein Physiotherapeut hilft ebenfalls, Deine individuellen Defizite herauszufinden, um daran zu arbeiten. Er kann Dir nicht nur Übungen zeigen, sondern auch akute Probleme durch manuelle Therapiemethoden lindern.

Bewegung

Auch wenn Du bereits Schmerzen hast – bewege Dich weiter, denn andernfalls beginnt ein Kreislauf. Falls Du noch nicht von einer Arthrose betroffen bist, solltest Du Dir zur Prävention eine regelmäßige sportliche Betätigung angewöhnen. Bei den Sportarten solltest Du jedoch darauf achten, dass sie gelenkschonend sind. Durch eine kontrollierte Bewegung, die nicht kräftig sein muss, sondern nur kontinuierlich, werden Deine Gelenke fit gehalten. Die sich dort befindenden Knorpel werden bei Bewegung angeregt und besser durchblutet, wodurch ihr Abbau verhindert wird. Sie helfen, Deine Bewegungen geschmeidig zu halten. Nicht zu empfehlen sind beispielsweise Sportarten mit ruckartigen Bewegungen und starken Belastungen wie Joggen, Tennis oder Handball. Sie eignen sich nicht bei Hüftarthrose, da sie die Gelenke stark beanspruchen und Du ein höheres Risiko für Verletzungen hast (Ein verletztes Gelenk ist besonders anfällig für Verschleißerscheinungen). Alternativen, mit denen Du schonend Deine Gelenke trainieren kannst, sind zum Beispiel Nordic Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen (außer Brustschwimmen). Auch lange Spaziergänge eignen sich bestens zur Vorbeugung von Hüftarthrose.

Ernährung

Unsere Ernährung hat ebenfalls Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Arthrose. Wenn Du Dich fleischreich ernährst und zudem viel Kaffee, Alkohol und Käse zu Dir nimmst, kann das Arthroseerscheinungen fördern. Eine fettarme und vitaminreiche Nahrung kann dagegen helfen, Deine Gelenke länger fit zu halten. Mit Lauchgemüse wie Zwiebeln oder Knoblauch kann man sogar das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen.

Gewicht

Das Gewicht ist wie bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen ein wichtiger Faktor. Wenn Du etwa 30 Kilogramm mehr wiegst, als es mit Deinem Alter und bei Deiner Körpergröße empfehlenswert ist, musst Du dieses Gewicht natürlich täglich tragen. Deine Hüftgelenke werden bei jedem Schritt mit diesem Übergewicht belastet, auf das sie nicht ausgelegt sind. Dadurch ist der Druck auf die Knorpel höher, wodurch sie sich schneller abnutzen. Du kannst also auch durch eine Gewichtsreduktion Hüftschmerzen vorbeugen und einer Arthrose vorbeugen.

Operation

Bei Fehlstellungen der Hüfte (Hüftdysplasie, Morbus Perthes oder Cam-Impingement) kann eine Arthrose bereits sehr früh durch Fehlbelastung entstehen. Wenn Du noch vor der Volljährigkeit weißt, Du wirst früher oder später Arthrose bekommen und zwangsweise auch neue Hüftgelenke (sofern Du die Schmerzen und Einschränkungen nicht dulden möchtest), kann eine gelenkerhaltende Operation Aufschub bringen. Je nach Art der Fehlstellung können kleinere Korrekturen (Abschliff des Hüftkopfes beim Cam-Impingement) eine gleichmäßige Belastung des Gelenkes und damit die Wahrscheinlichkeit einer Arthrose verringern. Allerdings gibt es auch sehr große und schmerzhafte Eingriffe, wie die Beckenumstellung bei der Hüftdysplasie. Sie kann im besten Fall viele schmerzfreie Jahre verschaffen und die Arthrose in ein reiferes Lebensalter verschieben.

Welche Ursache Deine Arthrose auch hat, es gibt viele Möglichkeiten, sie möglichst lange hinauszuzögern und zu verlangsamen. Im besten Fall kannst Du auf eine Operation verzichten und schaffst es, mithilfe von Physiotherapie, Sport und Ernährung, ein für Dich akzeptables Ergebnis zu erzielen.

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