Bei Morbus Perthes kann der Verlauf von Patient zu Patient ganz unterschiedlich sein. Während es bei manchen Kindern einige Monate dauert, kann es bei anderen mehrere Jahre dauern, bis das Hüftgelenk wieder voll belastet werden kann. Die Dauer und der Krankheitsverlauf hängen auch von der Ausdehnung und dem Schweregrad ab. Mit der frühzeitigen Therapie steigt auch die Prognose, dass das zerstörte Knochengewebe wieder vollständig ausheilt. Bei einigen Patienten können jedoch bleibende Veränderungen in der Hüfte zurückbleiben, sodass die Gelenke beeinträchtigt werden.

Komplikationen bei Morbus Perthes

Bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren, ist die Prognose sehr gut, da sie über bessere Selbstheilungsmöglichkeiten verfügen als ältere Kinder. Ist ein Kind, das über acht Jahre alt ist von Morbus Perthes betroffen und es besteht eine ausgeprägte Deformierung mit anhaltender Bewegungseinschränkung, wird das Kind möglicherweise später unter frühzeitigem Hüftgelenkverschleiß leiden. Auch die Form des Hüftkopfes am Ende des Wachstums kann dem Arzt Hinweise darauf geben, welche Auswirkungen Morbus Perthes langfristig haben wird. Bei einem ungünstigen Verlauf kann sich der Hüftkopf dauerhaft verformen und zu bleibenden Schäden führen, wie etwa eine Beinverkürzung oder Gelenkschäden. Bei starker Verformung leiden viele Betroffene als Erwachsene unter Gelenkverschleiß (Arthrose) in der Hüfte. In der Regel zeigen sich die ersten Auswirkungen im Laufe des vierten Lebensjahrzehnts.

Da der Morbus Perthes einen Krankheitsverlauf von mehreren Jahren hat und damit die kritische Phase monatelang bestehen bleibt, ist eine konsequente Therapie der betroffenen Kinder häufig schwierig. Deutet sich ein ungünstiger Verlauf an, so muss das Hüftgelenk durch sogenannte Orthesen während der kritischen Phase entlastet werden. Deformiert sich der Hüftkopf erneut, gibt es verschieden Therapieformen. Ziel aller Verfahren ist die Überdachung des Hüftkopfes für einen anatomischen Wiederaufbau. Hier kommen unter anderem diese zwei etablierte Verfahren zum Einsatz:

  • Die Aufrichtungskorrektur des Schenkelhalses mit dem Ziel der besseren Zentrierung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne (intertrochantere Varisationsosteotomie; IVO).
  • Die Pfannendachschwenkung durch eine Beckenosteotomie nach Salter

 

Vorbeugung bei Morbus Perthes

Bei Morbus Perthes besteht keine Möglichkeit um vorzubeugen. Aber generell gilt: Je früher Morbus Perthes erkannt wird, desto besser sind auch die Aussichten, dass keine bleibenden Schäden zurückbleiben. Nehmen Sie deshalb erste Hinweise bei Ihrem Kind ernst, so beispielsweise, wenn es über Knie- oder Hüftschmerzen klagt. Ebenfalls sollten Eltern hellhörig werden, wenn ihr Kind ohne ersichtlichen Grund hinkt, insbesondere nach körperlicher Belastung wie sportlicher Betätigung.

Stadien bei Morbus Perthes

Je nachdem in welchem aktuellen Krankheitsverlauf sich der Patient befindet, muss der Arzt über die jeweiligen Therapiemöglichkeiten entscheiden. Außerdem umso unterschiedlicher die Symptome sind, so unterschiedlich kann auch der Verlauf von Morbus Perthes sein.

Die Mediziner unterteilen den Verlauf von Morbus Perthes in folgende sechs Stadien, die anhand der Auffälligkeiten im Röntgenbild benannt und klassifiziert werden:

  1. Das Initialstadium: Hier tritt eine Wachstumsverzögerung im Hüftkopfkern auf, da eine verminderte Durchblutung gegeben ist. Mittels Röntgen erkennt der Mediziner einen verbreiterten Gelenkspalt zwischen der Gelenkpfanne und dem Hüftkopf.
  2. Das Kondensationsstadium: Hier stirbt das Knochengewebe des Hüftkopfs ab. Nach diesem Prozess entsteht eine Reparatur im Körper. Dabei verdichtet sich der Körper, wobei sich feine Risse sowie Brüche im Gewebe bilden können.
  3. Das Fragmentationsstadium: Mit dem fortschreitenden Abbau des Knochens kommt es zu Lückenbildungen im Knochengerüst des Hüftkopfes. In diesem Stadium zerfallen Teile des Hüftkopfs und er ragt aus der Gelenkpfanne.
  4. Das Reparationsstadium: In jenem Stadium beginnt sich der Hüftkopf wiederaufzubauen.
  5. Das Ausheilungsstadium: Der Mediziner stellt einen vollständig aufgebauten Hüftkopf fest.

Auf folgende Symptome sollten Eltern achten

Viele Eltern bemerken etwa eine Schonhaltung bei ihrem Kind. Während dem Spielen hinkt das Kind bzw. belastet nur ein Bein. Andere Kinder ermüden relativ schnell bzw. sind deutlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Viele Kinder klagen über Schmerzen im Bereich der Hüfte und andere lokalisieren den Schmerz im Bereich des Oberschenkels. Der Arzt hat bei der richtigen Diagnose oft so seine Schwierigkeiten, vor allem dann, wenn es sich um eine relativ leichte Verlaufsform von Morbus Perthes handelt. Viele Kinderärzte stellen daher keine Auffälligkeiten fest, obwohl das Kind bereits an Morbus Perthes erkrankt ist. In erster Linie untersucht der Mediziner die Hüfte und testet jene auf ihre Beweglichkeit. Bemerkt man hier eine Einschränkung der Beweglichkeit, kann dies das erste Anzeichen für Morbus Perthes sein. Deshalb sollten Eltern ganz besonders auf folgende Anzeichen Ihres Kindes achten:

Typische Symptome von Morbus Perthes:

  • Hinken
  • Hüftschmerzen
  • Erschöpfung
  • Gelenkschmerzen
  • Bewegungseinschränkungen

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