Sowohl junge als auch aktive Menschen mittleren Alters können unter einer Impingement-Symptomatik im Hüftgelenk leiden, deren Beschwerden bei Belastung aufgrund längeren Sitzens verstärkt auftreten. Beim Pincer-Impingement kommt es durch repetitive Kontusionen zwischen Pfannenrand und Schenkelhals zu einer Schädigung des Labrums und sekundär zu progredienten Knorpelschäden.

Das Pincer-Impingement-Hüfte-Syndrom kommt meist bei Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr zum Vorschein. Unterschieden werden dabei zwei Enge-Syndrome zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne, nämlich das Pincer- und das Cam-Impingement. Reine PINCER- oder CAM-Fehlstellungen sind äußerst selten, in den meisten Fällen bei etwa 85 %, tritt eine Kombination aus beiden Typen auf.

Ursache für ein Pincer-Impingement

Beim Pincer-Impingement-Hüfte-Syndrom ist der Oberschenkelhals normal ausgerichtet. Die Hüftgelenkspfanne hat jedoch die deformierte Form einer Greifzange (engl. pincer = Greifzange) und nimmt den Hüftgelenkskopf wortwörtlich „in die Zange“. Durch diese häufige Überdachung des Gelenkkopfes innerhalb des Gelenkspaltes, schlagen der Hüftgelenkskopf und das Pfannendach leicht zusammen. Folgedessen tritt eine schmerzhafte und mechanische Behinderung des Hüftgelenks auf. Ursache dieser Schmerzen kann ein mechanischer Konflikt zwischen dem vorderen Pfannenrand am Becken oder seiner zirkulären knorpligen Gelenklippe und dem vorderen Schenkelhals des Oberschenkelknochens sein. Bewegungseinschränkungen des betroffenen Hüftgelenks kommen bei Flexion (Beugung), Adduktion (Heranführung) und Innenrotation vor. Auslöser für die Schmerzen sind meist Fehlstellungen im Bereich des Oberschenkelhalses, des Femurkopfes sowie Verknöcherungen des Labrums.

 Symptome beim Pincer-Impingement

Am Beginn treten beim Impingement-Hüfte-Syndrom, die Anzeichen oft nur sehr schleichend auf. Die Patienten berichten von sporadisch auftretenden Schmerzen im Hüftgelenk. Der Leistenschmerz strahlt dabei in den Oberschenkel aus und verstärkt sich bei Belastung. Die Schmerzen, ausgelöst durch Adduktion und gleichzeitiger Innenrotation, verschwinden wieder bei leichter Abduktion. Durch das Anschlagen des Hüftkopfes an die Hüftpfanne entstehen oft Verletzungen, Risse oder Einblutungen an Knorpel, Bändern oder an der Gelenklippe (Labrum), die langfristig chronische Reizzustände und irreparable Gelenkschädigungen zur Folge haben. Das Treppensteigen sowie das Verharren in sitzender Position beim Autofahren, können den Betroffenen Schmerzen verursachen. Auch das Eindrehen des angewinkelten Beines nach innen (Innenrotation mit 90 Grad Flexion) löst in den meisten Fällen Schmerzen aus. Die Betroffenen nehmen daher häufig eine Schonhaltung ein, bei der sie das betroffene Bein leicht nach außen drehen.

Diagnose eines Pincer-Impingement

Ist das Missverhältnis bei der Überdachung des Hüftgelenks: besonders die Retroversion der Hüftpfanne gilt als Risikofaktor des Pincer-Typs. Eine gezielte klinische Untersuchung und radiologische Abklärung, insbesondere mittels MRT ermöglicht eine frühzeitige, sichere Diagnosestellung. Sie kann mit Hilfe von herkömmlichen Standard Röntgenaufnahmen des Hüftgelenks ermittelt werden. Ohne frühzeitige Diagnostik und Behandlung ist mit der Entstehung einer vorzeitigen Arthrose zu rechnen.

Operation eines Pincer-Impingement

Bei ausreichender Erfahrung des Operateurs lassen sich heute die meisten Fälle arthroskopisch behandeln. Mit dieser minimal-invasiven Technik sind die Risiken äußerst gering. Neben der Reduktion des Pfannenrandes sind eine Sanierung von Knorpeldefekten technisch möglich geworden. Gleichzeitig können Pathologien am proximalen Femur angegangen werden. Die Erfolgsraten sind bei frühzeitiger Operation hoch, sinken jedoch mit zunehmenden Knorpelschädigung. In der Regel wird daher bei der Impingement-Symptomatik, frühzeitig eine operative Abtragung der mechanisch störenden Strukturen mittels minimal invasiver Arthroskopie empfohlen. Diese lindert rasch und nachhaltig Beschwerden und verhindert die Entstehung von Koxartrose. Eine Gelenklippe kann wieder am Pfannenrand befestigt werden, ein Abtragen, eine Anpassung oder eine Modellierung von Gelenkkopf, -pfanne oder Schenkelhals kann arthroskopisch vorgenommen werden. Bei einem Pincer-Impingement ist der operative Zugang etwas schwieriger als beim Cam-Impingement. Aber dennoch sind die Symptome mit dieser arthroskopischen Methode relativ gut behandelbar. Die Umstellungsosteotomie und der Gelenkersatz stellen weitere operative Therapien dar und kommen bei erfolgloser Arthroskopie zum Einsatz.

Nachbehandlung bei einem Pincer -Impingement

Konservative Therapien wie physikalische Therapien (wohltuende Elektrotherapien, Bäder und Fangopackungen), Physiotherapie, medikamentöse Therapie oder intraartikuläre Injektionen sollten hier nichts unversucht lasssen. Auf sportliche Aktivitäten muss im akuten Zustand jedoch verzichtet werden. Da diese Maßnahmen im besten Fall eine Schmerzlinderung herbeiführen, nicht aber das mechanische Problem lösen können, muss letztendlich immer operativ vorgegangen werden.

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