Wer bereits seit seiner Geburt unter einer Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne leidet, hat auch mit einer veränderten Verknöcherung des Pfannendachs zu tun. Diese sogenannte Hüftdysplasie kann unbehandelt im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Hüftkopf aus der Hüftpfanne rutscht. Wird die Hüftdysplasie frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, kann sie vollständig ausheilen und eine Hüftluxation damit auch verhindert werden.

Eine Behandlung der Hüftdysplasie in Fällen der frühzeitigen Erkennung sehr vielversprechend und kann sogar vollständig ausheilen. Bei den Verfahren der Behandlung unterscheidet man zwischen konservativen und operativen Methoden. Die operative Therapie kommt dann zum Einsatz, wenn die Hüftdysplasie zu spät erkannt wurde, um noch konservative Therapiemöglichkeiten anzuwenden, oder wenn sie stärker ausgeprägt ist

Hüftdysplasie Operationsmöglichkeiten

Der aus der Pfanne gerutschte Hüftkopf wird durch einen operativen Eingriff wieder zurück in die Ausgangsstellung gebracht. Die Operationsverfahren unterscheiden sich dabei je nach Alter des Patienten. Bei Kindern wird grundsätzlich eine orthopädische Operationstechnik angewendet, die die mechanische Verbesserung der Überdachung des Kopfes zum Ziel hat. Diese Methode ist auch allgemein als Salter-Osteotomie bekannt. Im Anschluss an die Operation wird ein Beckenbeingips angelegt, der für zirka sechs Wochen zu tragen ist.
Bei Patienten im Erwachsenenalter wird hingegen auf die 3-fach Beckenosteotomie nach Tönnis zurückgegriffen. Hierbei wird das Becken an drei Stellen, dem Darmbein, dem Schambein und dem Sitzbein durchtrennt. Das nun bewegliche Becken wird so geschwenkt, dass der Hüftkopf optimal von der Hüftpfanne überdacht wird. Um das Becken in dieser Position zu stabilisieren, wird zusätzlich Metall eingesetzt. Etwa ein Jahr nach der 3-fach Beckenosteotomie wird dieses Metall wieder entfernt. Wer mit dieser Methode operiert wird, darf in Anschluss an die Operation sechs Wochen lang nicht sitzen. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts beträgt zwei bis drei Wochen, in denen man wenige Tage nach der Operation wieder mobilisiert wird und auch lernt, wie man aus dem Liegen in den Stand kommt. Ist man mit Gehhilfen sicher auf den Beinen und kann auch das Treppensteigen bewältigen, kann man wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden und sich Zuhause voll und ganz auskurieren.

Hüftdysplasie Operation Nachbehandlung

Sechs Wochen nach der Hüftdysplasie Operation erfolgt eine Röntgenkontrolle. Bei einem positiven Ergebnis darf man ab diesem Zeitpunkt auch endlich wieder sitzen und damit beginnen, das operierte Bein abzuspreizen. Durch dieses Abspreizen werden die Muskeln, die der Hüftstabilisierung dienen und die für das spätere Gangbild verantwortlich sind, trainiert.
Weitere sechs Wochen später erfolgt eine zweite Nachkontrolle. Ist auch hier alles in Ordnung, kann man unter physiotherapeutischer Anleitung mit dem Muskel- und dem Belastungsaufbau beginnen. Mit einer 10kg Belastung beginnend und wöchentlich weitere 10kg hinzufügend, sollte man so schließlich wieder bis zur Vollbelastung kommen. Man sollte auf ein darauf achten, das Aufbautraining der Muskulatur intensiv zu betreiben. Im Optimalfall sogar im Zuge einer Rehabilitation, in der unter Anleitung weitere Übungen des Muskelaufbaus bestreiten kann.
Je nach Verschleißungsgrad des Gelenks kann außerdem eine Hüftgelenks-Endoprothese in Erwägung gezogen werden.

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