Die Hüftkopfnekrose ist ein Knocheninfarkt der Hüfte und wird durch ein Absterben des Knochengewebes ausgelöst, was die Lebensqualität der Patienten massiv beeinträchtigt. Wenn z.B. die Durchblutung des Hüftknochens zurückgeht, werden dem Knochen Mineralstoffe entzogen und somit verliert er seine Stabilität. Bei 30-70% der Fälle kommt es sogar zu einer beidseitigen Hüftkopfnekrose. Am häufigsten betroffen sind junge, männliche und aktive Menschen, zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Unbehandelt führt die Hüftkopfnekrose bei 85% der Patienten zu einem Einbruch des Hüftkopfes. Eine beträchtliche Invalidität durch Hüftarthrose ist meist die Folge, was im weiteren Verlauf zum Einsatz einer Hüfttotalendoprothese führen kann. Wird nicht frühzeitig therapiert, entstehen irreparable Schäden am Hüftgelenk, die zu einer beschleunigten Arthrose im Hüftgelenk führen können. Die Schädigung entsteht vielmehr durch die nachlassende Festigkeit des abgestorbenen Hüftkopfknochens unter dem Knorpel. Dadurch bricht der Knorpel ein und eine Hüftarthrose kann entstehen.

Hüftkopfnekrose

Ursachen bei einer Hüftkopfnekrose

Die Hüftkopfnekrose des Erwachsenen ist eine typische Zivilisationskrankheit. Wie bei einem Herzinfarkt sind auch hier zu viel Rauchen, zu hohe Blutfettwerte und zu viel Alkohol die größten Risiko-Faktoren. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehrere tausend Menschen an einer Hüftkopfnekrose. Bei einer unfallbedingten Hüftkopfnekrose kann es zur Verletzung der Gefäße kommen.

Häufige Ursachen für eine Hüftkopfnekrose beim Erwachsenen:

  • Unfallverletzungen mit Schädigung der Hüftkopfgefäße z.B. nach einem Schenkelhalsbruch
  • Alkoholbedingte Schädigung des Hüftkopfes
  • Strahlungsbedingte Schädigung des Hüftkopfes
  • Kortison bedingte Knochenschädigung
  • Zystostatika mit knochenschädigender Wirkung
  • Tauchschäden durch Gasbläschen bei zu schnellem Auftauchen (Dekompressionskrankheit)
  • Berufserkrankung Bergbauarbeitern
  • Stoffwechselbedingte Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes
  • Nierenerkankungsbedingte Hüfterkrankung
  • Gerinnungsstörungsbedingte Nekrose
  • Blutzellentumore

Was passiert bei der Hüftkopfnekrose im Knochen?

Beim Knochen kommt es durch die gestörte Durchblutung zu einem Tod von Knochenzellen, weil die versorgenden Blutgefäße verschlossen wurden. Die Folgen dieser Mangelversorgung des Hüftknochens sind nicht zu unterschätzen. Denn die eigentliche Aufgabe der Knochenzellen ist es, einen ständigen Knochenaufbau zu gewährleisten, damit sich der Knochen an immer wechselnde Belastungen anpassen kann. Das abgestorbene Hüftknochengewebe kann diese natürlichen Prozesse nicht mehr aufrechterhalten. Die von der Hüftkopfnekrose betroffenen Knochenanteile brechen mangels ausreichender Festigkeit ein. Dadurch entsteht im Knochen unter dem Hüftknorpel ein Loch, was den darüberliegenden Hüftgelenkknorpel schwer schädigen kann. Ein schwerer und nicht umkehrbarer Schaden an Gelenk und Knochen ist somit die Folge.

Das Krankheitsgeschehen dieser Vorgänge ist äußerst problematisch, da sie sehr nah am Gelenk stattfinden und es zu einer Schädigung des Hüftgelenks kommen kann. Knocheninfarkte sind zum Teil Zufallsbefunde und liegen im Inneren des Knochens weit entfernt vom Gelenk.

Symptome bei Hüftkopfnekrose

Im frühen Stadium wird die Hüftkopfnekrose als schleichend beginnendes Ziehen in der Leiste, oder plötzlich einschießende Leistenschmerzen wahrgenommen. Außerdem ist häufig die Beweglichkeit bei Innendrehungen eingeschränkt. Die beginnenden Hüftschmerzen weisen jedoch noch nicht auf die tatsächliche Ursache hin. Das Hüftgelenk kann bald den Belastungen im Alltag nicht mehr standhalten. Die massiven Hüft-oder Leistenschmerzen treten meist erst beim Zusammenbrechen des abgestorbenen Hüftkopfes ein. Daher wird die Diagnose Hüftkopfnekrose oft sehr spät erkannt.

Untersuchungsmethoden bei der Hüftkopfnekrose

Röntgenuntersuchung:

Die digitale Röntgenaufnahme ist eine strahlungsarme Untersuchung des Hüftgelenkes. Für die Diagnose einer sehr frühen Hüftkopfnekrose ist dieses Verfahren weniger geeignet, da auf dem Röntgenbild nur Veränderungen der Knochenstruktur sichtbar sind. Die für diese Krankheit spezifischen Knochenbälkchen, werden erst Wochen nach dem eigentlichen Infarktereignis abgebaut. Deshalb lässt sich die frühzeitige Hüftkopfnekrose im Röntgenbild nicht nachweisen.

MRT Untersuchung:

Mit Hilfe der Kernspintomographie kann die Hüftkopfnekrose bereits im Frühstadium erkannt werden. Es ist die einzige Methode diese Hüfterkrankung so frühzeitig zu diagnostizieren. Dadurch kann eine vollständige Wiederherstellung oder ein Erhalt des Hüftgelenkes möglich sein.

Computertomographie:

Diese Untersuchung stellt ebenfalls nur Knochenveränderungen dar und sind erst im späteren Stadium der Hüftkopfnekrose hilfreich.

Alle drei Verfahren sind jede auf ihre Art hilfreich, um das Ausmaß der Hüftkopfnekrose genau analysieren zu können und eine bedarfsgerechte Therapie durchzuführen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Hüftkopfnekrose

Für die Therapieentscheidung ist das Fortschreiten des Krankheitszustandes unabdingbar. Hierbei ist das Alter des betroffenen Patienten, die Ausdehnung und Lokalisation der Hüftkopfnekrose entscheidend. Ebenso wie der Zustand des Hüftgelenkes und zusätzlicher Erkrankungen in die Therapieentscheidung mit einbezogen. Beim Erwachsenen ist im Gegensatz zur kindlichen Hüftkopfnekrose (Morbus Perthes) keine Selbstheilung möglich.

Die Behandlung einer Hüftkopfnekrose muss natürlich auch immer an das jeweilige Stadium angepasst werden. Grundsätzlich ist zu sagen, dass es natürlich in einem frühen Stadium dieser Erkrankung größere Chancen gibt, die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Frühe Stadien:

In den frühen Stadien ist der Knochen noch nicht so stark geschädigt, daher können angenehmere Methoden dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. Sollte der Patient über leichtere Schmerzen klagen, so werden entsprechende Medikamente vom Arzt verabreicht. Oft sind dies Präparate, die zur Familie der NSAR gehören. Darüber hinaus kann auch eine spezielle Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur beitragen. Orthesen oder Gehhilfen können ebenfalls eine Entlastung bringen. Nach neuesten Studien zufolge, geht man davon aus, dass eine Hüftkopfnekrose in den ersten Frühstadien spontan verschwinden kann.

Stadium II:

In dieser Phase der Hüftkopfnekrose, hängt die Therapie hauptsächlich von den Beschwerden ab, die der Patient bereits hat. Erfahrungsgemäß setzen hier die ersten stärkeren Schmerzen ein, die ebenfalls mithilfe von NSAR behandelt werden. Physiotherapie, Sportkarenz, Schonung und anderweitige Entlastung, können zumindest etwas Linderung verschaffen.

Stadium III:

Besteht noch kein völliger Gelenkeinbruch, dann kann man den Druck im Knochen mit einer Hüftkopfanbohrung senken. Unter anderem wird dadurch die Durchblutung verbessert. In diesem Stadium kann ebenfalls die Umstellungsosteotomie in Betracht gezogen werden. Das Ziel dieser Operation ist, dass die Gelenkflächen wieder passend zueinanderstehen. Hierfür wird der kaputte und abgestorbene Knochenanteil entfernt, damit die Position des Hüftkopfes geändert werden kann. Nach der Ausrichtung der Gelenkflächen folgt die Fixierung mittels Metallimplantaten.

Stadium IV:

In diesem Stadium ist das Hüftgelenk schon so stark beschädigt, dass ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden muss. Auch bei älteren Patienten wird diese Methode im fortgeschrittenen Stadium angewendet. Aufgrund der starken Zerstörung von Knochen- und Knorpelgewebe, würden andere Methoden zur Gelenkerhaltung sicher scheitern. Außerdem sind die Schmerzen in diesem Stadium derart hoch, dass es für den Patienten nicht mehr zumutbar wäre.

Prognose und Heilungsverlauf

Möglich ist auch, dass die Erkrankung in einem bestimmten Stadium stehenbleibt. In vielen Fällen breitet sich die Nekrose jedoch weiter aus. Wenn die Hüftkopfnekrose die Stadien III oder IV erreicht, ist die Prognose durch den Einbruch des Knochens und durch die Schädigung des Knorpels schlecht. Eine Erhaltung des Gelenks ist oft nur noch temporär möglich, am Ende steht in vielen Fällen das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Bevor das der Fall ist, oder sich der Einbruch des Knochens bereits abzeichnet, kann der behandelnde Arzt nur noch versuchen, die Schmerzen des Patienten mit entsprechenden Medikamenten zu lindern.

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