Hier findest du Informationen zu einer Alternativen Behandlung des Hüftimpingements

Was ist ein Hüftimpingement

Unter Hüftimpingement versteht man schmerzhafte Einklemmungserscheinungen am Hüftgelenk, die meist bei maximaler Beugung und gleichzeitiger Innendrehung auftreten. Es ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen eigentlich mit einem Hüftimpingement leben. Bei vielen Betroffenen spielt eine Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks im Alltag keine große Rolle, da sie den Bewegungsspielraum selten ausreizen. Sie haben oft bis ins hohe Alter keine Beschwerden. Wenn Schmerzen auftreten, entstehen sie dann im Bereich der Hüfte und werden häufig durch eine Abnutzung des Hüftgelenkes hervorgerufen. Gerade bei jungen Erwachsenen liegen die Ursachen auch in einer ungenauen Passform von Hüftkopf des Oberschenkels und der Hüftpfanne. Sind die Formen der beiden nicht genau aufeinander abgestimmt, so schlägt der Oberschenkelknochen an den Rand der Pfanne. Das Hüftimpingement wird in Fachkreisen auch als femoroacetabuläres Impingement (FAI) bezeichnet. Ins Deutsche übersetzt heißt „Impingement“ Anschlagen oder Anstehen. Erst in den Jahren von 2003-2004 wurde das Hüftimpingement eindeutig als eine der wichtigsten Ursachen für eine Hüftarthrose identifiziert.

Gelenkblockade durch Störungen der knöchernen Form des Hüftgelenks

Es beschreibt einen Defekt, wodurch das normale Bewegungsspiel im Hüftgelenk eingeschränkt ist. Die Hüfte kann bestimmte Bewegungen nicht mehr ausführen. Dafür gibt es mehrere Ursachen: So kann zum Beispiel der Hüftkopf knöcherne Anzeichen aufweisen und seine runde Form verlieren. Diese Störung der Formstellung wird auch als CAM-Impingement bezeichnet. Außerdem kann die Gelenkpfanne zu tief oder verdreht sein, wodurch sie für das Gelenk zu groß ist. Diese Fehlstellung wird auch als Pincer-Impingement bezeichnet. Am häufigsten liegt eine Kombination aus beiden Ursachen vor. Die beschriebenen Veränderungen führen dazu, dass der Übergang von Hüftkopf zu Schenkelhals an die Gelenkpfanne und die Pfanne um das Labrum (Gelenklippe) anstößt. Umso öfter es zu einem Anstoß kommt und je höher die Krafteinwirkung ist, desto früher werden der Gelenkknorpel oder der Pfannenrand beschädigt. Dann besteht eine große Gefahr, dass sich das Gelenk entzündet und Schmerzen auftreten. Langfristig kann dieser Zustand zu einer Hüftgelenkarthrose führen.

Durch Hüftimpingement geschädigte Strukturen am Hüftgelenk

  • An der Hüftpfanne können sich Knochensporne bilden.
  • Durch die Knochensporne und Scherkräfte im Gelenk, entsteht anhand des Knorpelabriebs weiterer Schaden.
  • Durch Knorpelabrieb und freie Gelenkkörper kann sich die Gelenkschleimhaut entzünden. Deren Aufgabe ist es, die knorpelernährende Gelenkschmiere zu bilden.
  • Zerstörung der bindegewebigen Gelenklippe der Hüftpfanne

Seltene Grunderkrankungen als Ursache für eine Veränderung der Hüftform

Morbus Perthes:

Bei dieser Krankheit wird ein Teil des Hüftkopfes nicht genügend durchblutet und so der Hüftkopf nicht vollständig rund ausgebildet.

Epihysenlösung des Femurkopfes:

Hier ist die Wachstumsfuge des Oberschenkelknochens vom Hüftkopf getrennt. Das betrifft vor allem Jungen vor der Pubertät, aber auch übergewichtige Kinder sind davon häufiger betroffen.

Coxa vara:

Ist eine Wachstumsstörung des Hüftgelenks, die zu einem stark abgeflachten Winkel zwischen Oberschenkelknochen und Oberschenkelhals führen kann.

Welche Symptome sind Anzeichen für ein Hüftimpingement?

Schon geringe Abweichungen von der idealen Passform können einen Gelenkverschleiß auslösen. Extreme Bewegungen können sogar bei normal geformten Gelenken ein Impingement hervorrufen und das Gelenk schädigen. Ein Hüftimpingement kann man vom Kind bis zum Erwachsenenalter bekommen, wobei aber hauptsächlich sehr aktive Personen davon betroffen sind. Das sind jedoch nicht nur Leistungssportler, sondern auch Hobbyathleten, die ihre Hüfte oftmals überfordern. Häufig treten Schmerzen an der Hüftvorderseite oder in der Leistengegend auf. Manchmal kann es auch zu Schmerzen auf der Seite kommen. Von Patienten wird oft ein Stechen in der Leiste beschrieben, dass auf einen Riss der Gelenklippe (Labrumriss) zurückzuführen ist. Auch Probleme beim Treppensteigen sowie Beschwerden beim langen Sitzen, sind häufige Symptome. Sehr oft wird fälschlicherweise ein Leistenbruch, oder eine Muskelzerrung für die Beschwerden verantwortlich gemacht. Jedoch können diese eine Nebenwirkung bei einem vorliegenden Hüftimpingement sein. Zusätzlich kann auch eine eingeschränkte Innendrehfähigkeit des Hüftgelenks als Ursache für eine Hüftimpingement auftreten.

Woher oder wie bekommt man ein Hüftimpingement?

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer schlechten Form der Hüfte sind nicht genau zu sagen. Eine genetische Veranlagung kann dabei eine Rolle spielen. Ein weiteres Indiz dafür ist die große Beanspruchung der Wachstumsfuge, während eines Wachstumsschubes in der Pubertät. In diesem Zusammenhang werden oft Fehlstellungen bei Patienten nachgewiesen, die in der Jugend sehr aktiv unterwegs waren. Ebenso dürften Sportarten mit einem eintönigen Belastungseffekt, ein vermehrtes Risiko für die Entwicklung eines Hüftimpingement besitzen. Denn Sportler beanspruchen ihre Gelenke stärker als andere Menschen: deshalb werden Bewegungseinschränkungen der Hüfte bei Sportlern eher bemerkt. Bei sehr tiefen und großen Hüftpfannen können Erkrankungen des Bindegewebes damit verbunden sein. Doch in vielen Fällen kann bei den Patienten eine klare Ursache ausfindig gemacht werden.

Wie sieht die Diagnose bei Hüftimpingement aus?

Bei einer ärztlichen Untersuchung wird die Beweglichkeit der Hüfte überprüft und ein spezifischer Impingement-Test veranlasst. Wie bereits erwähnt ist beim Hüftimpingement speziell die Innendrehung der Hüfte vermindert. Treten zusätzlich noch Schmerzen in der Leistengegend auf, so verhärtet sich der Verdacht auf ein Hüftimpingement. Dabei wird ein Röntgenbild in zwei Projektionen erstellt, um die Gelenkkopfform und die Gelenkpfanne zu betrachten. Normalerweise kommt zusätzlich eine Magnetresonanztomografie mit Kontrastmittel zum Einsatz, wo die Veränderungen im Gelenk und an den Weichteilen gut zu erkennen sind. Ist der Verdacht nicht eindeutig, wird auch eine Muskelzerrung, ein Leistenbruch oder eine Rückenproblematik in Betracht gezogen. Eine Infiltration des Hüftgelenks, kann zusätzliche Klarheit bei der Unterscheidung von Gelenkschmerz oder einer anderen Schmerzursache geben.

Welche Arten von Impingements an der Hüfte gibt es?

Das Pincer-Impingement:

Das Pincer-Impingement ist eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne und wird von Hüftspezialisten auch „Beißzangenimpingement“ genannt. Ist die Hüftpfanne zu tief ausgebildet, kann der Femur nicht alle Bewegungsrichtungen des Hüftgelenks wahrnehmen, ohne an der Hüftpfanne anzuschlagen. Dieses Impingements ist meist an der Vorderseite des Hüftgelenks anzutreffen. Bei starker Hüftbeugung kann der Oberschenkelknochen direkt unter dem Hüftkopf gegen den Rand der Hüftpfanne anschlagen. Ein wiederholtes Anschlagen kann zu Knorpelschäden und schließlich zu Hüftarthrose führen.

Cam-Impingement:

Eine weitere Fehlbildung ist die nicht ganz so runde Form des Oberschenkelkopfes. Ein Knochenvorsprung an einer Seite, kann bei bestimmten Bewegungen, den Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne einklemmen und ebenfalls zu Veränderungen am Knorpel führen. Diese veränderte Form wird auch als „Nockenwellenimpingement“ der Hüfte bezeichnet.

Kombinierte Hüftimpingement:

Als kombiniertes Hüftimpingement bezeichnet man das Vorhandensein sowohl von Pincer-Impingements als auch des Cam-Impingements. Die knöcherne Blockade der Hüftbeweglichkeit ist ein dringendes Warnsignal, das die Patienten beachten sollten. Frühzeitiges Aufsuchen und Klärung durch den orthopädischen Hüftspezialisten, kann viele wichtige konservative und minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten positiv beeinflussen.

Ein Hüftimpingement kann aber auch eine andere, außerhalb des Hüftgelenks gelegene Ursachen haben.

Psoas-Impingement:

Hier zieht sich die Sehne des Lendenmuskels aus dem Becken über das Hüftgelenk. Eine Reizung der Sehne kann sowohl Schmerzen als auch ein Schnapp-Phänomen in der Leiste hervorrufen.

Subspinales Impingement:

Dabei kommt es zu einem schmerzhaften Kontakt zwischen Schenkelhals und einem knöchernen Vorsprung am Beckenknochens.

Foveale Impingement:

Hier werden Veränderungen am Pfannenband ausgelöst. Typische Symptome dieser Form des Hüftimpingements sind Deformierungen oder Risse des Bandes.

Alle Formen des Hüftimpingements können im Rahmen einer Hüftarthroskopie behandelt werden.

Leidet man bei einer FAI-Diagnose auch automatisch an Arthrose?

Von Arthroseschmerzen unterscheiden sich Hüftimpingementschmerzen vor allem auch durch die Situationsabhängigkeit bzw. Bewegungsabhängigkeit der Schmerzentstehung. Die Bewegungsblockaden des Hüftgelenks bei Impingement sind so spezifisch, dass sie durch Abspreizung des Oberschenkels, als stechende Schmerzen ausgelöst werden. Durch Normalisierung der Oberschenkelposition lässt der Schmerz sofort wieder nach. Bei einem Hüftimpingement dauert es in der Regel etwas, bis das Gelenk und das Labrumin in Mitleidenschaft gezogen werden. Erst dann wenn der Gelenkknorpel zerstört ist, handelt es sich um eine Arthrose. Ein Impingement muss über einen längeren Zeitraum bestehen, bevor eine Arthrose entsteht. Leider sieht man auf Röntgenbildern den exakten Zustand des Knorpels im Inneren des Hüftgelenks nicht ganz vollständig. So kann es passieren, dass die Öffnung des Gelenkspaltes auf dem Bild gut ist und keine Anzeichen einer Arthrose erkennbar sind, aber schon eine große Abnutzung vorliegt. Viele Arthrosen im Hüftgelenk haben ihre Ursache in einem Hüftimpingement. In fortgeschrittenen Stadien werden Bewegungen der Hüfte schmerzhaft, wie etwa Bergaufgehen oder langes Sitzen. Die Symptome beim Hüftimpingement gehen dann in die typischen Symptome einer Hüftarthrose über. Wenn der Arzt die Ursache der Schmerzen früh feststellt, kann die Behandlung weitere Schäden und einen späteren Gelenkverschleiß der Hüfte vermeiden.

Ist ein Hüftimpingement dasselbe wie eine Hüftdysplasie?

Zu Recht werden diese beiden Krankheiten oft verwechselt, weil sie in gewisser Weise für einen Laien ähnlich sind. Bei einer Hüftdysplasie wird die Gelenkpfanne vom Gelenkkopf zu wenig abgedeckt. Das Problem der Hüftdysplasie ist die Überlastung einer zu kleinen und steil stehenden Hüftpfanne, so dass der Pfannenrand beschädigt und dann der Hüftknorpel abgerieben wird. Beim FAI ist die Gelenkpfanne eher zu groß für den Gelenkkopf. Doch bei beiden Erkrankungen können Beeinträchtigungen am Pfannenrand und am Knorpel entstehen. Es können auch beide Formveränderungen gleichzeitig bei Patienten vorkommen.

Hüftimpingement durch Hüftosteotomie behandeln

Die Osteotomie des Beckens ist eine weitere Möglichkeit, Fehlstellungen und Dysplasie des Hüftgelenks zu behandeln. Dabei wird die Stellung aller drei Knochen verändert, die die Hüftpfanne bilden: Sitzbein, Darmbein und Schambein. Der Eingriff kann durch Drehung der Hüftpfanne die ungünstigen biomechanischen Verhältnisse im Hüftgelenk verbessern. Durch die Umstellung und die damit verbundene Berichtigung, wird versucht den bisher wenig belasteten Knorpel in den stärker belasteten Bereich zu bringen, umgekehrt wird der überlastete Knorpel unterstützt.

Konservative Behandlungsmethoden bei Hüftimpingement

Nicht immer landet man bei dieser Krankheit auf dem Operationstisch. Sondern nur bei leichten Fehlformen und bei Gelenken, wo Knorpel durch das Impingement noch nicht geschädigt wurde, ist eine konservative Behandlung durchaus möglich. Hier bietet ein regelmäßiges Muskeltrainingsprogramm den Schwerpunkt der Therapie. Dieses besteht aus einer Physiotherapie und aus selbstständigen Übungen. Mit dem Ziel einen gleichmäßigen Muskelausgleich und gute Rumpfkraft zu entwickeln. Bei konsequentem Training werden Schmerzen gelindert und die muskuläre Führung des Gelenks verbessert. Unterstützend dazu können entzündungshemmende Schmerzmittel und therapeutische Spritzen in das Hüftgelenk injiziert werden. Die Formveränderung der Hüftkugel oder der Pfanne wird jedoch durch diese alleinige Maßnahme nicht beseitigt. Eine falsch durchgeführte Physiotherapie kann dann auch eine nachteilige Folgeerscheinung auslösen.

Hier findest du Informationen zu einer Alternativen Behandlung des Hüftimpingements

Operative Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftimpingement

Wenn der Hüftspezialist eine atypische Form der Gelenkpfanne oder einen Knochenhöcker auf dem Oberschenkelhalskopf als Ursache des Hüftimpingments entdeckt, wird häufig ein operativer Eingriff vorgenommen. Viele dieser Ursachen können durch Hüftarthroskopie minimalinvasiv operiert werden. Die Reizung des Hüftgelenks und Knorpelzerstörung durch die Bewegungseinschränkung, wird durch Beseitigung der Knochenvorsprünge endgültig gestoppt. Damit kann durch eine frühzeitige Operation eine später auftretende Hüftarthrose verhindert werden.

Offene Operationen sowie Prothesenoperationen, können durch rechtzeitige minimalinvasive Behandlungen meist vermieden werden. Bei fortgeschrittener Hüftarthrose ist die Hüftarthroskopie jedoch keine Option für eine vollständige Genesung. Bei schwerwiegenden Gelenkschäden oder einer erfolglosen Therapie, ist es ratsam ein Hüftimpingement chirurgisch zu behandeln. Ein frühzeitiger Eingriff ist für die Erhaltung eines gesunden Hüftgelenks von entscheidender Bedeutung. Wenn die Entscheidung für eine Hüftimpingement-Operation gefallen ist, sollte der Eingriff unbedingt von einem Hüftspezialisten ausgeführt werden. Heutzutage werden fast alle Hüftimpingement Operationen arthroskopisch durchgeführt. Durch eine Hüftarthroskopie kann ein gerissenes Labrum wieder angenäht und die meisten Formstörungen behoben werden. Hüftgelenke mit grossen Formveränderungen oder mit schwereren Knorpelschäden, sollten aber auch heute noch mit einer chirurgischen Hüftluxation behandelt werden.

Heilung und Rehabilitation bei Hüftimpingement

Die Problematik beim Hüftimpingement wurde noch immer nicht vollständig erforscht. Viele Physiotherapeuten sind deshalb oft etwas unschlüssig und konzentrieren sich auf die falschen Muskelgruppen. Außerdem werden meist nur Muskeln gedehnt und die entsprechende Gegenspieler Gesäßmuskulatur etwas vernachlässigt. Des Weiteren reichen die wenigen Therapiestunden oft nicht aus, um ein Impingement auf Dauer zu behandeln. Dazu wäre viel mehr Arbeit und Zeitaufwand nötig, um langfristig geheilt zu sein.

Insgesamt besteht die Rehabilitation aus einer gezielten Heilgymnastik, sowie in der Teilentlastung mit Krücken für wenige Wochen, um das Einheilen des Implantates im Knochen nicht zu stören. Die intensive Nachbehandlung einer Operation, soll dabei helfen die Muskulatur wiederaufzubauen. Die hüftumgebende als auch die gesamte Bein- und Rückenmuskulatur hat sich im Laufe der Erkrankung verändert. Eine schonende Haltung ist jetzt notwendig, um das veränderte Zusammenspiel der Muskeln wieder zu erlernen. Dies wieder zu normalisieren oder zumindest in den bestmöglichen Zustand zu bringen, ist Aufgabe des Physiotherapeuten in Zusammenarbeit mit dem Patienten.

 

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