Hüfte Schleimbeutelentzündung

Schleimbeutel gibt es überall im Körper, wo Gewebeschichten stark gegeneinander verschoben werden. Sie bilden eine Gleitschicht aus lockerem Bindegewebe und Schleimhaut. Wenn Sie die Diagnose „Schleimbeutelentzündung – Hüfte“ erhalten, dann können verschiedene Schleimbeutel betroffen sein. Die beiden häufigsten Schleimbeutelentzündungen am Hüftgelenk sind die Bursitis trochanterica an der Außenseite der Hüfte und die Bursitis iliopectinea in der Leiste. Eine Schleimbeutelentzündung zeigt sich meist durch Schmerzen, die nach vermehrter Belastung auftreten und bei Bewegung schlimmer werden.

Entstehung einer Schleimbeutelentzündung

Der Schleimbeutel ist mit einer Membran ausgekleidet und von einer Kapsel umgeben – diese ist teilweise durchlässig. So können Nährstoffe aus dem Blutkreislauf durch die Hülle in den Schleimbeutel eindringen und den Schleimbeutel versorgen. Aber auch Krankheitserreger gelangen in den Schleimbeutel und es entsteht eine Entzündung der Hüfte. Die Erreger stammen von einem Infektionsherd, der an einer anderen Körperstelle sitzt. Wird dieser nicht unmittelbar behandelt, breitet er sich aus und die Bakterien gelangen ins Blut. Da dieses den Körper vollständig versorgt, gelangt der jeweilige Erreger schnell und einfach an andere Orte, wo er sich einnisten kann. Durchdringt der Erreger etwa die Gelenkkapsel des Hüftgelenks und siedelt sich dort an, kommt es zu einer Schleimbeutelentzündung.

Diagnose einer Schleimbeutelentzündung

Bei Hüftschmerzen ist eine umfangreiche Untersuchung und Anamnese des Patienten der erste Schritt der Diagnosestellung. Wenn eine Schleimbeutelentzündung der Hüfte angenommen wird, kann es beim Abtasten zu einem Druckschmerz kommen und der Arzt wird möglicherweise eine Schwellung fühlen. Nach einer Blutentnahme und der Untersuchung des Blutes im Labor, zeigt sich an bestimmten Parametern, ob eine Entzündung vorhanden ist. Sind die Blutwerte erhöht, liegt eine Entzündung vor und die Schleimbeutelentzündung ist durch einen Infekt verursacht worden. Bei Entzündungswerten im Normbereich liegt die Schleimbeutelentzündung der Hüfte an einer ständigen Überbelastung des Hüftgelenks. Anschließend wird ein Ultraschall gemacht. In diesem bildgebenden Verfahren kann man den Schleimbeutel in der Hüfte sichtbar machen und eine Entzündung bzw. deren Ursache erkennen.

Schleimbeutelentzündung an der Außenseite der Hüfte

Diese Entzündung ist eine der drei häufigsten beim Menschen, wovon Frauen etwas häufiger davon betroffen sind. Übergewicht spielt ebenso eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Bursitis trochanterica. Der Oberschenkelknochen besitzt an der Außenseite einen großen, rauen Knochenvorsprung über den ein starkes Stabilisierungsband läuft. Dazwischen liegt der Schleimbeutel und schützt die beiden Strukturen davor, aneinander zu reiben.

Ist der Schleimbeutel jedoch entzündet und angeschwollen, reibt das Stabilisierungsband bei jedem Schritt daran. Der Patient verspürt die typischen bewegungsabhängigen Schmerzen in der Hüfte. Sie treten besonders beim seitlichen Abspreizen des Beins und bei der Außenrotation der Hüfte auf. Jeglicher Druck auf den Schleimbeutel, wie beim Liegen auf der betroffenen Hüfte, wird dann als unangenehm oder schmerzhaft empfunden. Die Schwellung des Schleimbeutels sieht man allerdings nicht immer von außen, da das Hüftgelenk von vielen großen Muskeln überdeckt wird.

Ursache einer Schleimbeutelentzündung an der Außenseite der Hüfte

Ursache können zum Beispiel zurückliegende Stürze, eine Fehlstellung des Hüftgelenks, des Beckens oder auch X-Beine sein. Ist das Becken verdreht und kippt zu einer Seite, erhöht sich hier die Spannung auf die Sehnenplatte. Das kann zu einer Überbelastung und Entzündung des Schleimbeutels führen. Auch eine chronische Überbelastung, wie zum Beispiel durch langes Sitzen mit übergeschlagenen Beinen, kann zu einer Bursitis führen. Mögliche Ursache der Bursitis trochanterica sind Grunderkrankungen wie etwa Rheuma. Häufiger entsteht diese Schleimbeutelentzündung aber durch körperliche Überlastung, wie bei Langstreckenläufern. Sie tritt auch bei unterschiedlichen Beinlängen und im Rahmen der sogenannten „schnappenden Hüfte“ auf. Darunter versteht man das Hin- und Herspringen des Stabilisierungsbandes über den großen Rollhügel. Dieses springende Band wird meist von den Patienten selbst bemerkt und führt über kurz oder lang zu einer Schleimbeutelentzündung. Das „Hüftschnappen“ kann man ertasten und manchmal beim Gehen sogar von der Seite sehen. Davon betroffen sind meist junge, schlanke Mädchen und Frauen.

Schleimbeutelentzündung in der Leiste

Die Bursa iliopectinea ist der größte Schleimbeutel des menschlichen Körpers und liegt unter dem Hüftbeugemuskel, tief in der Hüfte. Schleimbeutelentzündungen in dieser Region sind seltener als an der Hüftaußenseite. Wenn sie auftreten, sind sie meist Folge körperlicher Überlastung. Da der Schleimbeutel sehr tief liegt, ist eine Schwellung in der Regel nicht zu sehen. Allerdings entstehen bei Druck auf die Leiste oder starker Überstreckung der Hüfte oftmals große Schmerzen. Da diese Art von Schleimbeutelentzündung mit dem Hüftgelenk in Verbindung stehen kann, ist eine Ausbreitung auf das Gelenk möglich. Auch der umgekehrte Mechanismus kann vorkommen – eine Ausbreitung einer Hüftgelenksentzündung auf den Schleimbeutel. Daher kann das ein Zeichen für eine echte Gelenkerkrankung sein und sollte von einem Facharzt abgeklärt werden.

Behandlung einer Schleimbeutelentzündung

Je nach Ursache, wo eine Entzündung des Schleimbeutels in der Hüfte verantwortlich ist, wird eine entsprechende Therapie ausgewählt. In den meisten Fällen kann die Schleimbeutelentzündung in der Hüfte erfolgreich behandelt werden. Bei einer bakteriellen Infektion wird nach der Bestimmung des verantwortlichen Erregers, die Schleimbeutelentzündung gezielt mit einem Antibiotikum behandelt.

Wie bei allen Entzündungen des Körpers müssen bei einer Schleimbeutelentzündung, Begleitverletzungen wie eine bakterielle Besiedelung des Schleimbeutels ausgeschlossen werden, bevor man eine entsprechende Therapie beginnt.

Ist der Schleimbeutel jedoch entzündet, weil er einer andauernden Überbelastung ausgesetzt ist, muss die Hüfte ruhiggestellt werden. Das Gelenk wird nicht beansprucht und der Schleimbeutel in der Gelenkkapsel geschont, da er keine Reibung abfangen muss.

Unabhängig davon, ob eine Schleimbeutelentzündung an der Hüfte oder andere Körperregionen auftritt, verlaufen die Behandlungsmaßnahmen im Allgemeinen sehr ähnlich. Bei akuten Beschwerden ist Schonung angesagt, um eine weitere Reizung des Schleimbeutels zu vermeiden. Entzündungshemmende Medikamente wirken zusätzlich lindernd auf die Beschwerden. Physiotherapie und Stoßwellentherapie können die Regeneration beschleunigen, beheben allerdings nicht die Ursachen der Entzündung. Gehen die Beschwerden nicht weg, kann der Arzt mit einer Kortisonspritze, direkt in den Schleimbeutel Abhilfe schaffen.

Wie weit die Therapie ausgedehnt werden muss, hängt von den Schmerzen des Patienten ab.

Bleiben beide Therapieansätze erfolglos und die Schleimbeutelentzündung in der Hüfte mit ständigen Beschwerden erhalten, muss der Schleimbeutel in einem operativen Eingriff entfernt werden.

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