Eine Hüftdysplasie beziehungsweise Entwicklungsstörung des Hüftgelenks kann normalerweise bei Babys mithilfe von Ultraschalluntersuchungen klar diagnostiziert werden. Mittels individuell abgestimmter Behandlung heilt eine Hüftdysplasie meistens ohne Spätfolgen völlig aus. Entwickelt sich das Hüftgelenk trotz umfassender Therapie im Kindesalter jedoch nicht entsprechend, sprechen Experten von einer ‚Restdysplasie‘, die allerdings in der heutigen Zeit relativ selten auftritt.

Wird keine Hüftdysplasie Behandlung eingeleitet, droht Gelenkverschleiß

Findet allerdings gar keine Hüftdysplasie Behandlung statt, da die Entwicklungsstörung nicht erkannt wurde, können Jahre später schwere Folgeschäden auftreten. Hierzu gehört beispielsweise die ‚Coxarthrose‘ (verfrühter Verschleiß des Gelenks). Dieser tritt oftmals bereits bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf und erfordert nicht selten den Ersatz des Hüftgelenks.

Unter gewissen Umständen wird eine Hüftdysplasie sogar erst bei Erwachsenen entdeckt, wenn sich erstmals Beschwerden zeigen. Letztere treten meistens während sportlicher Aktivitäten oder extremen Belastungen auf und machen sich als Schmerzen im seitlichen Bereich der Hüfte oder im Leistenbereich bemerkbar. Ebenso können unverhoffte Gelenkblockaden, ein Gefühl der Instabilität oder auch das ‚Wegknicken‘ des Hüftgelenks auf eine Hüftdysplasie hinweisen.

Verschiedene Arten der Hüftdysplasie Behandlung

Welche Hüftdysplasie Behandlung der Facharzt letztendlich einsetzt, hängt von der Schwere der jeweiligen Gelenksveränderung ab. Hierfür stehen einerseits konservative und andererseits auch chirurgische Maßnahmen zur Verfügung. Die konservative Hüftdysplasie Behandlung wird zudem in drei Säulen eingeteilt: Ausreifungs-Behandlung, Reposition sowie Retention.

Die Ausreifungs-Behandlung: Eine Hüftdysplasie beziehungsweise Instabilität der Hüfte durch Verzögerung der Gelenkreife, die das Baby bereits von Geburt an zeigt, bildet sich in etwa achtzig Prozent aller Fälle im Rahmen von acht Wochen eigenständig zurück, wenn die motorische Entwicklung normal verläuft. Hierbei reicht eine ärztliche Überwachung durch Ultraschall meistens aus. Um die Ausreifung zu unterstützen, kann das Baby mit einem gefalteten Handtuch zusätzlich oder einer speziellen breiten Windel gewickelt werden.

Liegt die Schwere allerdings höher, wobei sich der Gelenkkopf jedoch noch innerhalb der Gelenkpfanne befindet, wird dem Kind zur Hüftdysplasie Behandlung entweder eine Abspreizschiene oder ‚Spreizhose‘ angepasst. Die Dauer der Therapie ist davon abhängig, wie schwer die Dysplasie ausfällt, Sie wird fortgeführt, bis sich eine normale Hüftgelenkpfanne ausgebildet hat. Während dieser Zeit überprüft der Facharzt regelmäßig durch Ultraschall den Fortschritt. Der Experte fertigt nur sehr selten nach dem zwölften Lebensmonat, wenn die Hüftgelenkpfanne ausgereift ist, ein Röntgenbild an. Hiermit kann er überprüfen, ob sich Hüftgelenkpfanne/-kopf entsprechend gut ausgeformt hat.

Reposition sowie Retention – einrenken und stabilisieren der Hüfte

Tritt jedoch bei einem Baby eine Hüftluxation auf (Hüftkopf befindet sich nicht mehr in der Gelenkpfanne), muss eine ‚Reposition‘ (Einrenkung) als Hüftdysplasie Behandlung vorgenommen werden. Anschließend muss eine ‚Retention‘ (Stabilisierung) erfolgen, damit der Hüftkopf innerhalb der Gelenkpfanne verbleibt.

Bei Babys unter neun Monaten kann dafür eine Repositions-Bandage eingesetzt werden. Diese unterstützt die natürlichen Bewegungen des Babys wie zum Beispiel strampeln, wodurch sich das Hüftgelenk spontan wieder einrenken kann. Die Bandage stabilisiert die Hüfte, sodass der Hüftkopf an seinem Platz fixiert wird.

Andere Möglichkeiten einer Hüftdysplasie Behandlung

Eine weitere Möglichkeit der Hüftdysplasie Behandlung ist manuelles Einrenken. Anschließend wird für mehrere Wochen ein Gips in Form einer Sitz-Hock-Position angelegt. Dieser fixiert den Hüftkopf/die Hüftgelenkpfanne auf Dauer sicher und stabil. Der erneute Kontakt von Pfanne und Kopf ermöglicht dadurch eine normale Entwicklung der Hüfte des Kindes.

Ist das Kind jedoch schon älter oder hat die manuelle Einrenkung nicht funktioniert, wird als Vorbereitung eine Extensions-Behandlung vorgenommen. Diese soll das Hüftgelenk lockern und die verkürzten Muskeln dehnen.

Wird allerdings eine Hüftdysplasie beziehungsweise Hüftluxation bei Kindern über drei Lebensjahren, Jugendlichen/jungen Erwachsenen oder Erwachsenen erst spät erkannt und sind sämtliche konservativen Behandlungen erfolglos, ist meistens eine chirurgische Hüftdysplasie Behandlung notwendig.