Hüftarthrose vorbeugen

Damit in einem Gelenk nicht Knochen auf Knochen reibt, ist die Gelenkfläche von einer Knorpelschicht umgeben. Ein gesunder Knorpel dient so als Puffer. Ähnlich wie ein Gelkissen federt er jede Bewegung ab. Im Gegensatz zu Knochen oder Haut ist dieser aber kaum regenerationsfähig. Durch den Knorpelverschleiß wird der Gelenkspalt immer schmaler, bis die Knochen irgendwann direkt aneinander reiben. Ist dies der Fall spricht man von einer Arthrose, die häufig starke Schmerzen verursacht. Arthrose beruht oft auf allgemeinen Faktoren wie Lebensalter, Bewegungsmangel, Abnutzung und berufs- und sportbedingter Überlastung der Gelenke. Vor der sekundären Arthrose kann sich jeder Mensch schützen, auch Patienten die unter einer Fehlstellung leiden. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Gelenke möglichst keiner ungesunden Fehlbelastung ausgesetzt werden. Gelenkbeschwerden sind immer ein Grund, die alltägliche Arbeit zu überdenken und sich Gedanken darüber zu machen, wie man sie gelenkschonender gestalten könnte.

Sie können einer Arthrose (Gelenkverschleiss) durch gezieltes Muskeltraining und regelmäßige Bewegung vorbeugen. Dies wirkt sich gleich doppelt positiv auf die Gelenke aus: Sport stärkt zum einen die Muskulatur und hilft Ihnen auch überflüssige Pfunde loszuwerden, die die Gelenke belasten können. Sie sollten generell darauf achten, sich nicht zu überlasten, besonders wenn Sie schon an einer leichten Arthrose leiden

Arthrose kann aber auch als Folge von Unfällen, Brüchen und Sportverletzungen auftreten. Vor allem in Knie und im Sprunggelenk kann der Orthopäde Arthrose oft auf Sportverletzungen zurückführen.

In vielen Fällen sind auch erbliche Ursachen für Arthrose verantwortlich: angeborene Fehlstellungen der Gelenke, X- und O-Beine, Hüftdysplasie, genetisch bedingte Knorpelschwäche oder andere erbliche Ursachen. Für Patienten mit genetischen Arthrose-Ursachen gibt es wenig Vorbeugungsmöglichkeiten. Eine gründliche Klärung der Arthrose-Ursache und engmaschige Überwachung durch einen erfahrenen orthopädischen Facharzt wird daher für alle Arthrose-Patienten empfohlen. In Deutschland leiden etwa fünf Millionen an der Gelenkerkrankung Arthrose.

Die richtige Ernährung ist wichtig

Wem es gelingt, sich gesund zu ernähren und das Normalgewicht zu halten, kann sowohl einer Hüft- als auch einer Kniearthrose vorbeugen. Eine gesunde Ernährung sollte möglichst fettarm sein.  Greifen Sie daher weniger zu ungesunden Fertiggerichten, als auf ausgewogene Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse. Denn eine gesunde Ernährung beeinflusst die für die Knorpel wichtige Gelenkflüssigkeit. Selbst wenn Sie bereits erkrankt sein sollten, kann diese Lebensweise die Symptome lindern. Die Ergänzung der täglichen Nahrung mit den Aminosäuren Arginin und Methionin hält die Knorpelschicht gesund, da die beiden Substanzen ihre Bausteine sind. Wenn sie in ausreichenden Mengen im Körper vorhanden sind, kann der Körper immer ausreichend Knorpel nachbilden, um abgenutzte Bestandteile zu ersetzen.

Menschen mit Übergewicht brauchen häufiger künstliche Gelenke

Übergewicht ist eine häufige Ursache für Gelenkkrankheiten wie Arthrose. Stark übergewichtige Menschen brauchen wesentlich früher eine neue Hüfte oder ein künstliches Kniegelenk, als schlanke Personen. Untersuchungen zufolge sind ein Viertel aller Gelenkersatzoperationen an der Hüfte und zwei Drittel der Operationen am Kniegelenk, auf Fettleibigkeit in der Bevölkerung zurückzuführen. Doch das liegt nicht nur am hohen Gewicht, sondern auch an hormonellen Faktoren. Demnach bilden Fettzellen im Körper das Hormon Leptin, dass insbesondere das Körpergewicht reguliert. Dieses Hormon trägt zur Zerstörung des Gelenkknorpels bei.

Sport: Fließende Bewegungen schmieren die Gelenke

Bei der sportlichen Betätigung sollte man ebenfalls darauf achten, die Gelenke keiner unnötigen oder falschen Belastung auszusetzen. Wenn Sie Sportarten ausüben, die eine intensive Belastung für bestimmte Gelenke darstellen, dann setzen Sie dafür Schutzkleidung ein, die Ihre Gelenke schonen.  Im Fußball oder bei Laufsportarten sind beispielsweise Kniebandagen sinnvoll, die dem Kniegelenk mehr Stabilität geben und einen Teil der Belastung abfangen können. Somit geht die Belastung nicht auf Kosten Ihres Knorpels. Grundsätzlich ist Sport jedoch sehr zu empfehlen, da er den Gelenken dank des Muskelaufbaus Stabilität verleiht und vor Verschleiß schützt.

In vielen Fällen kann man Gelenke aber durch Bewegung und einen guten Trainingszustand der umgebenden Muskulatur entlasten. Je besser die Muskulatur die Gelenke zusammenhält, umso besser wird die Gelenksfunktion unterstützt und die Knorpel entlastet. Schwimmen, Wassergymnastik und Radfahren werden für die natürliche Regeneration des geschädigten Knorpels durch sanfte Bewegungen besonders empfohlen. Denn regelmäßige Bewegung hilft bei der Ernährung des Gelenkknorpels. Weil Knorpel nicht durchblutet werden, ist ein Mindestmaß an Bewegung erforderlich, um sie am Leben zu erhalten.

Eine noch effizientere Prophylaxe erzielen Sie, wenn Sie gesunde Ernährung mit einem Sportprogramm kombinieren. Die Diät wird dadurch nämlich gleich wirkungsvoller. Sie können hierdurch nicht nur Übergewicht abbauen, sondern auch Ihren Kreislauf sowie Ihre Muskulatur stärken. Beachten Sie aber, dass Sportarten wie zum Beispiel Tennis die Kniegelenke stark belasten.

Allgemeine Tipps zur Ausübung von Sport:

  • auf richtige Lauftechnik, angemessenes Pensum, auf gutes Schuhwerk achten
  • vom Alpinen Skilauf zu Skilanglauf wechseln
  • Vermeiden von Kampfsportarten und Leistungssport
  • Einstellen der korrekten Höhe von Fahrrad, Ergometer oder Heimtrainer
  • regelmäßiges Schwimmen bei Wassertemperaturen von 26 bis 28 Grad Celsius
  • Optimierung von Spieltechniken, zum Beispiel bei Golf oder Tennis
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Selbstdiagnose ist gefährlich – fragen Sie ihren Orthopäden

Sollten Sie erste Arthrose-Symptome haben, dann ist der Rat eines spezialisierten Facharztes gefragt.

Durch Selbstdeutung Ihrer Symptome können Sie leicht den Zeitpunkt versäumen, zu dem der orthopädische Spezialist durch eine minimalinvasive und arthroskopische Behandlung die Arthrose noch endgültig stoppen kann. Wenn die Schmerzen zu groß werden, ist ebenso ein Arztbesuch ratsam, der ebenfalls Präventionsarbeit leisten kann.

Eine Gelenkfehlstellung bei Neugeborenen lässt sich leicht durch eine Ultraschalluntersuchung erkennen und vorbeugen.

Fazit

Knorpelschäden an den Gelenken sind nicht gänzlich wieder rückgängig zu machen. Eine bereits bestehende Arthrose ist nicht heilbar, denn verloren gegangener Gelenkknorpel wächst nicht nach. Keine Behandlungsmethode kann den ursprünglichen, gesunden Zustand des Gelenks wiederherstellen. Einer Arthrose kann man nur bedingt vorbeugen, indem man versucht, die gefährlichen Faktoren minimiert. Dazu gehört vor allem die regelmäßige Bewegung und das Abbauen von Übergewicht. Starke (Fehl-)Belastungen z. B. durch einseitige Tätigkeiten oder gelenkbelastende Sportarten sollten vermieden werden. Verletzungen und Entzündungen der Gelenke sollten ausreichend kuriert werden, bevor diese wieder übermäßig belastet werden. Mit solchen Maßnahmen kann man zumindest die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Arthrose erst im fortgeschrittenen Alter auftritt.

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