Hüftarthrose mit 30

Die Arthrose lässt sich in zwei verschiedene Unterformen aufteilen – man spricht entweder von der primären oder von der sekundären Arthrose. Während die primäre Arthrose meist keine erkennbare Ursache hat und daher auf eine genetische Veranlagung zurückgeführt wird, lässt sich bei der sekundären Arthrose ein Auslöser bestimmen. Die sekundäre Arthrose ist die häufigste Form des Gelenkverschleißes, da er im Lebensstil des Patienten begründet liegt und von diesem direkt mit beeinflusst werden kann. Dadurch hat der Patient aber auch alle Möglichkeiten, sich vor der sekundären Arthrose zu schützen, indem er vorsichtig mit seinen Gelenken umgeht. Eine solche sekundäre Hüftgelenksarthrose tritt, anders als die primäre Hüftarthrose, meist im frühen Erwachsenenalter von 30 bis 40 Jahren auf. Es betrifft in vielen Fällen nur eines der beiden Hüftgelenke, und zwar jenes, dass durch Grunderkrankungen oder Verletzungsfolgen vorgeschädigt ist. Immerhin 80% aller Fälle von Hüftarthrose betreffen diese Gruppe der sekundären Arthrose. Bei der sekundären Arthrose ergibt sich aus der Analyse der Erkrankung häufig noch ein gelenkerhaltendes, therapeutisches Vorgehen, wo der auslösende Faktor der Hüftarthrose rechtzeitig und gezielt behandelt wird.

Ursachen einer sekundären Hüftarthrose

Hüftdysplasie:

Hierbei liegt aufgrund einer falschen Knochenausreifung eine angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks mit falschen Winkel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne vor. In der Folge kommt es zu einer Fehlbelastung des Knorpels im Hüftgelenk, das die Entstehung einer Hüftarthrose begünstigt.

X- oder O-Beine:

Aufgrund dieser Fehlstellung kommt es zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung innerhalb des Hüftgelenks, wodurch der Gelenkknorpel schneller abgenutzt wird.

Gelenkverletzungen und Knochenbrüche:

Durch einen Unfall kann es zu einem Bruch der Hüftpfanne oder des Oberschenkelhalses kommen. Anhand der Formveränderung des Hüftgelenks, wird daraufhin die Gelenkfunktion vermindert und der Gelenkknorpel schneller abgenutzt.

Übergewicht:

Hohes Körpergewicht erhöht den Druck auf gewichttragende Gelenke wie das Hüftgelenk. Dadurch kann der Verschleiß des Gelenkknorpels und damit der Verlauf einer Coxarthrose beschleunigt werden.

Entzündliche Gelenkerkrankungen:

Durch chronische Entzündungen des Hüftgelenks, wie beispielsweise die rheumatoide Arthritis, Gicht, oder durch bakterielle Entzündungen wird der Gelenkknorpel geschädigt und so die Entstehung einer Hüftgelenksarthrose begünstigt.

Über- und Fehlbelastungen:

Über Jahre täglich ausgeführte und wiederkehrende Bewegungen, wie während der Arbeit, beim Sport oder in der Freizeit, können zu einer Über- bzw. Fehlbelastung der Hüftgelenke führen.

Risikopatienten einer sekundären Hüftarthrose

An einer sekundären Arthrose kann grundsätzlich jeder Mensch erkranken, auch wenn keinerlei genetisch bedingte Vorbelastung vorliegt. Zum engeren Kreis der Risikopatienten gehören all jene Personen, deren Gelenke besonderen Belastungen unterliegen. So wie etwa Sportler, bestimmte Berufsgruppen im handwerklichen Bereich oder Personen die schwere körperliche Arbeit verrichten müssen. Bei dieser berufsbedingten Erkrankung, muss die Therapie daher ganz individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Wer bereits eine Verletzung an einem Gelenk hatte, ist besonders gefährdet, da das betroffene Gelenk oft nicht mehr die übliche Belastung tragen kann. Am meisten gefährdet sind allerdings Patienten mit angeborenen Fehlstellungen. Werden diese nicht rechtzeitig erkannt und vorbeugend behandelt, entwickelt sich eine Arthrose, die sogar schon Kinder mit der jeweiligen Fehlstellung betreffen kann. 

Therapiemaßnahmen der sekundären Hüftarthrose

Als besonders hilfreich für die Therapie der Hüftarthrose bei Patienten jüngeren und mittleren Alters, erweist sich die Hüftarthroskopie. Dabei werden bildgebende kleine Kamerasonden direkt in die Hüftgelenkskapsel eingeführt und ermöglichen so eine direkte Sicht auf das Hüftgelenk, sogar den inneren Bereich des Hüftgelenks. Die Darstellung struktureller Schäden des Hüftgelenks durch Arthroskopie ist den bildgebenden Verfahren wie Röntgen und MRT deutlich überlegen.

Im Frühstadium der Coxarthrose kann der Patient selbst viel zum Verlauf der Erkrankung und der Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Eine große Rolle spielt dabei die gründliche Aufklärung über die Krankheit und die Beratung über eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Zielsetzung ist, mit einer vernünftigen Gelenkbelastung in Sport und Beruf und mit regelmäßiger, gezielter Gymnastik die Beweglichkeit der Hüfte und die Muskelkraft zu erhalten.

Im mittlerem Stadium der Hüftarthrose werden Maßnahmen, Hilfsmittel und Geräte zum Schutz der Gelenke empfohlen. Einfache, schmerzstillende Medikamente und Therapien mit modernen, magenfreundlichen Antirheumatika leisten hier gute Dienste. Die Schmerztherapie- mit und ohne Medikamente schaltet dabei idealerweise die Schmerzursache aus. Moderne Antirheumatika beseitigen die Gelenkbeschwerden, ohne belastend für den Organismus zu sein.

Physiotherapeutische Maßnahmen zur Linderung der Symptome, oder eine spezielle Spritzentherapie kann ebenfalls erforderlich sein. Bei der Physikalischen Therapie werden Muskeln und Beweglichkeit gestärkt.

Orthopädietechnische Maßnahmen wie Schuhzurichtungen, Entlastungshilfen, Gehstützen, Bandagen und Orthesen entlasten und unterstützen die Therapie. Darüber hinaus können im Rahmen einer medikamentösen Therapie abschwellende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Stoffe eingesetzt werden. Bei Knorpelschäden eines noch relativ geringen Grades werden alternative Methoden zur Bildung von Ersatzknorpelgewebe angewendet.

Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium bleiben nur noch operative Eingriffe zur Linderung der Schmerzen.

Konservative Therapiemaßnahmen der Hüftarthrose zusammengefasst:

  • Medikamente: Entzündungshemmende und Schmerzstillende Medikamente
  • Orthopädietechnik: Belastungsänderung der Beinachse durch orthopädische Schuhe
  • Physikalische Therapie: Wärme, Kälte, ZRT-Matrix-Therapie
  • Injektionstherapie: Hyaluronsäure kann die Symptome der Hüftarthrose mildern

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