Hüft TEP Übungen

Nach dem Einsetzen einer Hüft-TEP (Totale Endoprothese des Hüftgelenks) ist im Anschluss eine krankengymnastische Nachbehandlung notwendig, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Ist die Hüfte durch ein künstliches Gelenk ersetzt worden, gilt es die umliegende Muskulatur zu stärken und zu dehnen, sowie die Tiefensensibilität und Koordination neu zu erlernen. Es braucht angemessene Be- und Entlastungsreize, damit der Körper sich an das fremde Material gewöhnen kann. Zu vermeiden sind seitliches Heranführen des Beines über die Körpermitte, eine Beugung im Hüftgelenk über 90°, sowie Rotationsbewegungen. Insbesondere die Physiotherapie im Wasser eignet sich aufgrund der Abnahme der Schwerkraft für die Rehabilitation. Begonnen wird mit der Physiotherapie im Wasser, sobald die Narbe abgeheilt ist.

Übungen im Wasser

  1. Übung

Zum Aufwärmen im Wasser und zur Gewöhnung an den Auftrieb werden einige Minuten auf der Stelle gejoggt. Nehmen Sie Arme und Beine mit und atmen dabei gleichmäßig tief weiter. Wer sich noch zu unsicher fühlt, hält sich am Geländer oder einer Poolnudel fest.

  1. Übung

Für die nächste Übung sucht sich jeder einen Platz am Beckenrand. Mit dem Rücken zur Wand und abgelegten Armen lassen Sie die Beine nach oben treiben und fahren „Fahrrad“, um die Beingelenke durchzubewegen.

  1. Übung

Zur Kräftigung und Stabilität drehen Sie sich im Stehen zur Seite. Das Standbein steht leicht gebeugt auf dem Boden, das andere Bein wird gestreckt zur Seite abgespreizt und wieder an den Körper herangeführt. Um den Kraft-Ausdauerbereich zu trainieren, werden mit jeder Seite 10-12 Wiederholungen durchgeführt.

  1. Übung

In der nächsten Übung im Wasser wird nun im freien Stand eine Poolnudel unter einem Fuß gehalten. Lassen Sie Nudel und Bein vom Wasserauftrieb nach oben gleiten und drücken Sie sie dann langsam wieder herunter in Richtung Boden.

  1. Übung

Um die Beininnenseiten zu trainieren wird ein weicher Ball für einige Sekunden kräftig zwischen den Knien zusammengedrückt. Diese Übung kann intensiviert werden, indem Sie sich wieder mit dem Rücken zur Wand am Beckenrand festhalten und die Beine mit dem Ball in der Mitte gleichzeitig hoch und runter bewegen.

  1. Übung

Drehen Sie sich nun herum, haken die Füße unter dem Geländer ein und lassen den Körper in Rückenlage auftreiben. Eventuell benötigt es eine Poolnudel unter dem Oberkörper. Wie bei der Beinpresse werden die Beine nun angewinkelt und wieder gestreckt, der Körper also Richtung Beckenrand gezogen und wieder weggeschoben.

  1. Übung

Auch klassische Dehnübungen können einfach im Wasser durchgeführt werden. Um die vordere Kette zu dehnen, halten Sie sich wieder einseitig am Rand fest, heben die Ferse eines Beines Richtung Po und halten diese Position mit der anderen Hand fixiert. Das Becken wird dabei nach vorn geschoben.

  1. Übung

Um die ganze Seite zu dehnen, werden im Stand die Arme nach oben gestreckt und der Oberkörper zu einer Seite geneigt. Für die Rückseite beugen Sie sich leicht aus dem, ein Bein nach vorne ausstrecken und die Fußspitzen heranziehen.

Übungen im Liegen

  1. Übung

Legen Sie sich gemütlich und gerade auf den Rücken und strecken Sie beide Beine aus. Drücken Sie beide Fersen und Kniekehlen in die Unterlage. Spannen Sie dabei Ihr Gesäß an und halten Sie für zirka 10 Sekunden die Spannung an.

  1. Übung

Bewegen Sie abwechselnd aus dem Becken heraus Ihre Beine in Richtung Ende der Unterlage (Beine langmachen). Achten Sie dabei darauf, Ihre Beine nicht von der Unterlage abzuheben.

  1. Übung

Stellen Sie das gesunde Bein auf. Lassen Sie dabei das operierte Bein ausgestreckt auf der Unterlage liegen. Versuchen Sie nun, Ihr Gesäß zirka 5 cm von der Unterlage anzuheben. Anschließend senken Sie das Gesäß langsam wieder ab.

  1. Übung

Versuchen Sie das operierte Bein aufzustellen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Hüftwinkel mehr als 90 Grad beträgt. Die Kniescheibe soll zur Decke schauen und das Kniegelenk soll weder nach außen noch nach innen fallen. Strecken Sie das Bein anschließend langsam wieder aus.

Übungen im Sitzen

  1. Übung

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Sessel oder ein Bett. Achten Sie darauf, dass der Hüftwinkel größer als 90 Grad ist und verwenden Sie als Unterlage eventuell ein Keilkissen. Legen Sie beide Fäuste zwischen die Knie und drücken Sie die Beine zusammen. Halten Sie die Spannung jeweils zirka 10 Sekunden an.

  1. Übung

Legen Sie die Hände auf die Außenseite Ihrer Knie und drücken Sie die Beine gegen den Widerstand der Arme nach außen. Die Kniescheibe sollte dabei gerade nach vorne schauen. Halten Sie die Spannung jeweils zirka 10 Sekunden an.

Übungen im Stehen

  1. Übung

Stehen Sie in zirka hüftbreiter Beinstellung und halten Sie sich an einer stabilen Sessellehne, einem Bett oder einem Geländer fest. Ziehen Sie das operierte Bein mit gebeugtem Knie hoch. Heben Sie anschließend das Bein bis maximal 90 Grad an. Halten Sie das Bein kurz und senken Sie es dann wieder.

  1. Übung

Stellen Sie das operierte Bein so zur Seite, als würden Sie über den Boden wischen. Achten Sie darauf, dass Sie ihr Bein dabei nicht nach außen zu drehen.

  1. Übung

Stellen Sie das operierte Bein nun so nach hinten, als würden Sie einen Schritt rückwärts machen. Achten Sie darauf, dass das Becken vorne bleibt und halten Sie den Oberkörper gerade. Halten Sie das Knie dabei gestreckt.

Übungen mit dem Theraband

  1. Übung

Gestartet wird in Rückenlage. Die Füße sind aufgestellt, um die Knie spannt ein doppelt gebundenes Theraband. Die Beine spannen nach außen, gleichzeitig wird das Becken nach oben geführt und langsam wieder abgesenkt. Über 10-12 Wiederholungen wird die Theraband-Spannung gehalten.

  1. Übung

In Seitenlage wird das Theraband um den oberen Oberschenkel und eine Sprossenwand gebunden. Das Bein wird im Knie gebeugt, leicht angehoben und entgegen dem Zug vom Theraband nach hinten in Richtung Streckung und langsam nachlassend wieder vorgeführt.

  1. Übung

Ebenfalls in Seitenlage wird das Theraband um beide Oberschenkel gebunden und nun das obere Bein angewinkelt abgespreizt und wieder zum Körper herangeführt. Eine weitere Übung erfolgt im Sitz mit hängenden Unterschenkeln wird das Theraband um ein Fußgelenk und unter dem Stuhlbein befestigt. Der Fuß wird leicht nach außen gedreht und das Bein nach oben und wieder herab geführt. Dadurch werden Die Adduktoren aktiviert.

  1. Übung

Im Stand kann nun die Vorderseite in der nächsten Übung trainiert werden. Knoten Sie das Theraband wieder doppelt zusammen und wickeln es um ihre Füße, sodass diese in der Schlinge stehen. Nun wird ein Fuß angehoben, durch Beugung in Hüfte und Knie. Der andere Fuß fixiert das Theraband am Boden.

Welche Bewegungen soll man in den ersten 3 bzw. 6 Wochen vermeiden?

  1. Das operierte Hüftgelenk darf höchstens rechtwinkelig (90 Grad) gebeugt werden.

Daher sollten Sie:

  • Nicht unter Kniehöhe sitzen. Verwenden Sie eine höhere, feste Sitzgelegenheit und vermeiden Sie weiche, tiefe Polstermöbel.
  • Beugen Sie im Sitzen den Oberkörper nicht nach vorne. Sie sollten im Sitzen mit den Händen maximal bis zu den Knien greifen.
  • Da operierte Bein beim Sitzen nicht zum Oberkörper beugen.
  1. Drehen Sie das operierte Bein nicht nach innen oder außen. Verdrehen Sie den Oberkörper nicht gegen die Beine. Daher sollten Sie:
  • Beim Herumdrehen des Oberkörpers immer mit den Beinen mitgehen.
  • Im Sitzen nur mit einer Hand zum Nachttisch greifen.
  • Im Stehen den Oberkörper nicht separat von den Beinen drehen.
  1. Überschlagen und spreizen Sie die Beine nicht.

Sie dürfen weder das gesunde Bein noch das operierte Bein überschlagen. Halten Sie die Beine in Hüftbreite immer parallel und spreizen Sie die Beine niemals weiter als hüftbreit.

Wir wünschen Ihnen ein optimales Gelingen der angeführten Übungen und gute Besserung.

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