Ernährung bei Hüftarthrose

Die Ernährung spielt bei der Entstehung von Arthrose eine wichtige Rolle. Mit einer Ernährungsumstellung kann man Arthrose zwar nicht heilen, sie kann aber den Verlauf nachweislich positiv beeinflussen. Denn die richtige Ernährung entlastet bei Arthrose den Körper und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend. Sie liefert überdies jene Vitalstoffe und Spurenelemente, die für den Schutz und die Regeneration der Gelenke erforderlich sind.

Übergewicht und fettreiche Ernährung schadet die Gelenke

Es gibt Nahrungsmittel die den Verlauf von Arthrose ungünstig beeinflussen. Die Schmerzen werden verstärkt und die Dosis von Schmerzmitteln steigt an. Zur falschen Ernährungsstrategie bei Arthrose gehören Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil der folgenden Indikatoren:

  • Gesättigte Fette aus Fleisch und Milch
  • Käse
  • Kaffee
  • Alkohol und Nikotin
  • Gehärtete Fette
  • Fleischreiche Ernährung
  • Zucker und Süßigkeiten

Säureüberschuss verursacht Entzündungen

Bei der Verdauung von Zucker und tierischen Fetten produziert der Körper Säuren. Doch eigentlich bevorzugt er es leicht „basisch“. Um das gewünschte Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen, holt er sich Unterstützung von basisch wirksamen Mineralstoffen, wie Kalzium. Durch eine nährstoffarme, gleichzeitig aber säurebetonte Ernährung verliert er irgendwann die Kontrolle über den Säureüberschuss. Die Folge: die Säuren werden im Organismus eingelagert und verursachen dort Entzündungen. Der Nährstoffmangel verhindert den notwendigen Neuaufbau des Knorpels.

Lauch, Knoblauch und Zwiebeln schützen Gelenkknorpel

Allgemein erwies sich ein hoher Anteil vegetarischer Ernährung mit vielen Früchten und Gemüse als knorpelschützend. Menschen im Alter von 44 bis 70 Jahren mit hohem Gemüse und Fruchtanteil an der Ernährung, hatten wesentlich weniger Arthrose im Hüftgelenk. Besonders gut geschützt gegen Hüftarthrose sind Patienten mit einem hohen Anteil an Lauchgemüsen, Zwiebeln und Knoblauch an der Ernährung. Ein besonderer Wirkstoff der in Lauchgemüsen enthalten ist, hat auch im Labor bereits seine knorpelerhaltende Wirkung gezeigt.

Gewichtsreduktion verhindert Arthrose-Entstehung

In einer australischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Arthrose untersucht. Bei normalgewichtigen Patienten schreitet Arthrose erst in höherem Alter fort. Bei jungen, gesunden aber übergewichtigen Patienten wurde ein Rückgang des Knorpels bereits in jungen Jahren beobachtet. Die enorme Zunahme des Übergewichts in der Bevölkerung geht einher mit einer ansteigenden Rate an Arthrose-Erkrankungen. Dieser statistische Zusammenhang zwischen Ernährung und Arthrose ist ein deutlicher Beleg für die Rolle der Ernährung und des Bewegungsverhaltens, bei der individuellen Entstehung der Arthrose. Die Rolle der Ernährung bei Arthrose konnte in Studien durch den sehr deutlichen verbesserten Gesundheitszustand der Gelenke von fastenden Arthrose-Patienten nach Gewichtsabnahme wissenschaftlich belegt werden.

Aktives Fettgewebe: entzündliche Degeneration der Gelenkknorpel

Nicht nur die mechanische Gelenkbelastung durch Übergewicht ist schädlich bei Arthrose, auch der Stoffwechsel verändert sich. Das Fettgewebe produziert entzündungsfördernde Hormone – die sogenannten Adipokine. Diese verursachen Enzymkaskaden, die letztlich auch die Proteine der Knorpelmatrix abbauen und Knorpel weicher und weniger widerstandsfähig machen. Die Hormonwirkung konnte man durch Untersuchungen an Gelenkflüssigkeit betroffener Arthrose-Patienten durchführen. Durch Muskelaufbau und Abbau von Fettgewebe lässt sich dieser Zusammenhang durchbrechen.

Fastende Arthrose-Patienten benötigen weniger Schmerzmittel

Im Zusammenhang mit Fastenkuren können Patienten die Gabe von Schmerzmitteln vermindern. Bereits nach 2 Wochen gingen die Gelenkschmerzen und damit der Schmerzmittelverbrauch massiv zurück. Ein einfacher Grund für diesen Zusammenhang – die Patienten entlasteten durch Gewichtsabnahme ihre Gelenke. Auch Änderungen im Stoffwechsel und körpereigene sogenannte Endorphine, können Arthrose-Schmerzen günstig beeinflussen. Wichtig ist jedoch, wenn Sie einen Behandlungs-Versuch durch Ernährungsumstellung oder Reduktion starten wollen, dann nur mit Absprache einem erfahrenen Orthopäden. Erst nach genauer Abklärung Ihrer Grunderkrankung, sowie der Arthrose-Ursachen, kann ein Versuch sicher durchgeführt werden.

Diese Nährstoffe sind bei Arthrose besonders wichtig?

Bestimmte Nährstoffe sorgen für einen gesunden Knorpelaufbau und sind an der Gelenksregeneration beteiligt. Einige wirken zudem entzündungshemmend. Nährstoffe sollten vordergründig über eine gesunde Ernährung aufgenommen werden. Diese Nährstoffe sollten bei Arthrose nicht zu kurz kommen:

Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin:

Entzündungsreaktionen im Körper knabbern vermehrt am Vitaminkonto. Studien haben gezeigt, dass Personen mit entzündlichen Erkrankungen weniger Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin im Blut haben. Eine Ursache dafür: Bei Entzündungen werden vermehrt freie Radikale gebildet. Vitamin C, E und Beta-Carotin machen diese unschädlich. Richten Sie Augenmerk daher vermehrt auf vitaminreiche Lebensmittel. Vitamin C ist unter anderem in vielen Obst und Gemüsesorten, allen voran in Hagebutte, Petersilie und Paprika enthalten. Vitamin E steckt in Nüssen und kaltgepressten Ölen. Beta-Carotin findet sich hauptsächlich in gelb-, orange-, aber auch grünfärbigen Obst und Gemüse wie Tomaten, Karotten und Brokkoli.

Vitamin D3:

Interleukin 10 ist einer von vielen Botenstoffe des Immunsystems. Er sorgt unter anderem dafür, dass Entzündungsreaktionen im Körper nicht Überhand nehmen. Vitamin D3 fördert die Bildung von Interleukin 10. Zusätzliches Plus von diesem Vitamin: es stärkt die Knorpel- und Knochenbildung. Vitamin D hingegen ist in fettem Fisch, Pilzen und Eiern enthalten.

Vitamin K:

Dieses Vitamin ist nicht nur für die Blutgerinnung verantwortlich, es sorgt auch dafür, dass das Blut „dünnflüssig“ bleibt. Darüber hinaus bekämpft es Entzündungsreaktionen im Körper. Beispiele für Vitamin K-reiche Lebensmittel sind Brokkoli, Karfiol, Spinat und Hühnerfleisch.

Zink, Selen, Kupfer und Mangan:

Diese Spurenelemente fördern nicht nur den Bindegewebsstoffwechsel, sie wirken auch einem Knorpelabbau entgegen. Zudem haben sie eine entzündungshemmende Wirkung. Zink ist unter anderem in Fisch und Fleisch enthalten, Selen steckt in Nüssen und Samen. Kupferreiche Lebensmittel sind Hafer, Hülsenfrüchte und Leber. Manganreich sind Hafer und Weizenkeime.

Omega-3-Fettsäuren:

Omega-3-Fettsäuren sind die natürlichen Gegenspieler der Omega-6-Fettsäuren. Sie schützen die Gefäße und hemmen Entzündungen in den Gelenken. Als besonders wertvoll erweisen sich die beiden Omega-3-Fettsäuren Docohexaensäure und Eicopentaensäure. Zu finden sind sie in fettem Meeresfisch wie Lachs, Thunfisch und Makrele. Omega-3 aus Pflanzen ist hauptsächlich in Alpha-Linolensäuren, wie Hanf-, Lein-, Walnuss- und Rapsöl vor.

Ein bisschen muss jeder Patient selbst herausfinden, was ihm guttut und was seine Gelenke strapaziert. Jeder Körper reagiert auf die verschiedenen Substanzen anders. Je bunter und frischer man sich allerdings ernährt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Wunder sollte man von der Ernährung aber keine erwarten. Sie kann Schmerzen und Entzündungen lediglich lindern, nicht aber die Arthrose heilen. Ganz ohne ergänzende medizinische Behandlungen geht es in den meisten Fällen nicht.

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