Die Coxarthrose kommt hauptsächlich bei älteren Menschen vor und ist eine Verschleißerscheinung des Hüftgelenkes. Bei bestimmten Vorerkrankungen, ist es jedoch möglich, dass eine Arthrose in der Hüfte, auch schon bei jüngeren Personen auftreten kann. Die Betroffenen werden meist von großen Schmerzen geplagt. Am Röntgenbild lässt sich bis zu 25 Prozent erkennen, wie stark die Arthrose, das Hüftgelenk und angrenzende Knochenstrukturen bereits fortgeschritten sind. Von diesen Personen leidet aber weniger als die Hälfte unter Symptomen. Deswegen unterscheidet man eine radiologisch sichtbare Hüftarthrose, von einer klinisch definierten Hüftarthrose. Bei letzterer bestehen neben eindeutigen Abnutzungszeichen in der Bildgebung auch Schmerzen. Etwa fünf Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen leiden unter einer klinisch definierten Coxarthrose. Im Extremfall muss das Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden. Jedes Jahr wird in Deutschland bei einem von 1000 Einwohnern eine Hüftprothese implantiert, meistens aufgrund einer Coxarthrose.

Symptome bei einer Coxarthrose:

Schreitet der Knorpelverlust im Hüftgelenk zu schnell und nicht altersgerecht voran, wird die Hüfte zunehmend schmerzhaft und steif. Die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Hüftgelenks geht stark zurück. Am Anfangsstadium schmerzt die Hüfte bei Bewegungsbeginn nach Ruhephasen und im fortgeschrittenen Stadium ist der Hüftschmerz dann ständig zu spüren. Folgedessen können im Verlauf diese Beschwerden auftreten.

Leistenschmerzen oder Hüftschmerzen:

Im Anfangsstadiums treten die Beschwerden nur bei oder kurz nach stärkeren Belastungen auf. Bei fortgeschrittener Arthrose werden daraus Schmerzen, die bereits in Ruhe auftreten.

Knieschmerzen:

Schmerzen bei Hüftarthrose können auch bis in das Kniegelenk ausstrahlen. Patienten könnten dann auch unter Kniearthrose leiden.

Morgendliche Anlaufschmerzen:

Nach Ruhezuständen ist das Gelenk extrem steif. Erst nach einigen Schritten taut das Gelenk auf und wird für den Rest des Tages schmerzfrei.

Belastungsabhängige Hüftschmerzen:

Wenn Gelenkschmerzen nach sportlicher Belastung nicht innerhalb eines Tages verschwinden, sondern mehrere Tage andauern, wird eine Coxarthrose vermutet.

Ruheschmerzen und Nachtschmerzen:

Sind die Hüftschmerzen auch in der Nacht oder bei Ruhigstellung vorhanden, kann man von einer entzündlichen Arthrose im fortgeschrittenen Stadium ausgehen.

Versteifung:

Bei der Verringerung des Bewegungsumfangs vom Hüftgelenk, haben die Betroffenen zum Beispiel Probleme beim Schuhe anziehen oder beim Sitzen in der Hocke. Das sind typische Bewegungseinschränkungen dieses Krankheitsbildes.

Schmerzhafte Drehung des Beines um die eigene Achse:

Ebenso ein typischer Schmerz, tritt beim Drehen des Beines um die eigene Achse auf und ist ein sicheres Zeichen für Hüftarthrose. Dazu muss die Fußspitze bei gestrecktem Bein nach außen gedreht werden.

Hinken und Einknicken:

Bei starker Coxarthrose oder längeren Gehstrecken, ist ein charakteristisches Schonhinken an der betroffenen Seite zu erkennen.

Gehbeschwerden bzw. verminderte Gehstrecke:

Wenn die maximale Gehstrecke bis zum Auftreten von starken Hüftschmerzen oder sichtbarem Hinken stetig nachlässt, wird eine Coxarthrose als Ursache vermutet.

Muskel-und Lendenschmerzen:

Muskeln reagieren auf Gelenkschmerzen durch chronisch schmerzhafte Verspannungen im Hüftbereich, wo sie auch in den Lendenbereich ausstrahlen können.

Ursachen einer Coxarthrose

Das Hüftgelenk kann durch verschiedene Krankheitsursachen geschädigt werden, wie in Folge einer Hüftarthrose. Zu den möglichen Grundleiden zählen Knochenbruch, Entzündungen und entzündliche Gelenkerkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten. Bei den meisten Patienten tritt die Hüftarthrose nach dem 50. Lebensjahr auf, wobei Frauen öfter davon betroffen sind als Männer. Es gibt gerade für Frauen in den Wechseljahren Faktoren, die den Knorpelabbau im Hüftgelenk verstärken. Dabei ist Körpergewicht bzw. Übergewicht der wichtigste kontrollierbare Risikofaktor bei der Entstehung von Hüftarthrose. Auch das breitere weibliche Becken verändert die Stellung der Knochen im Hüftgelenk und in den Kniegelenken.

In gewissem Umfang lässt bei jedem Menschen die Funktion des Hüftgelenkes mit zunehmendem Alter nach. Das ist zunächst normal und nicht wirklich behandlungsbedürftig. Erst wenn die Leistung und Belastbarkeit des Hüftgelenks deutlich hinter der altersgerechten Erwartung zurückbleibt, muss der Orthopäde eine Therapie anbieten. Dennoch ist das Alter der größte Risikofaktor, denn je älter ein Patient ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, eine behandlungsbedürftige Hüftarthrose zu bekommen. Die meisten Fälle von Hüftarthrose haben eine bestimmte Ursache. Bei schwerer beruflicher Belastung oder Leistungssport kann ein Gelenkverschleiss im Hüftgelenk häufiger auftreten. Oft entsteht eine Coxarthrose auch bei einer deformierten Hüfte, wobei der Hüftkopf nicht korrekt in der Hüftpfanne liegt. Das ist auch der Fall bei einer Hüftdysplasie oder Morbus Perthes. Diese Krankheiten treten schon bei der Geburt oder im Kindes- oder Jugendalter auf und führen erst viele Jahre später zu einer Hüftgelenksarthrose.

Konservative Therapiemaßnahmen einer Coxarthrose

Es gibt verschiedene konservative Möglichkeiten, eine Coxarthrose zu behandeln. Im Rahmen des allgemeinen Verlaufs entstehen Beschwerden, die die Lebensqualität immer mehr einschränken und eine Therapie benötigen. Die Behandlung der Coxarthrose hat das Ziel, die Schmerzen zu lindern, eventuelle Entzündungen im Hüftgelenk zu dämmen und die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten. Eventuelle Behinderungen sollen minimiert und die Lebensqualität des Patienten trotz des Hüftverschleißes verbessert werden.

Im Frühstadium der Coxarthrose kann der Patient selbst viel zum Verlauf der Erkrankung und der Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Eine große Rolle spielt dabei die gründliche Aufklärung über die Krankheit und die Beratung über eine Änderung der Lebensgewohnheiten. So soll mit einer vernünftigen Gelenkbelastung in Sport und Beruf und regelmäßiger Gymnastik, die Beweglichkeit der Hüftmuskulatur erhalten bleiben. Doch letztendlich entscheidet die jeweilige und individuelle Indikation, über die geeignete Methode.

Konservative Therapieverfahren der Coxarthrose:

  • Entzündungshemmende und Schmerzstillende Medikamente
  • Bei 5 kg Reduktion des Gewichts, nimmt das Arthrose-Risiko um 50% ab
  • Belastungsänderung der Beinachse durch orthopädische Schuhe
  • Physikalische Therapie mit Wärme, Kälte, ZRT-Matrix
  • Injektionstherapie mit Hyaluronsäure kann die Symptome mildern

Künstliches Hüftgelenk bei Coxarthrose

Wenn sich die Beschwerden bei einer ausgeprägten Arthrose im Hüftgelenk, anhand konservativer Maßnahmen nicht verbessern, sollte ein künstliches Hüftgelenk in Betracht gezogen werden. Dabei kann man entweder den Hüftkopf, die Hüftpfanne oder beides gegen eine Prothese austauschen. Die zur Verfügung stehenden Hüftprothesen unterscheiden sich durch Form, Material und Art der Verankerung im gesunden Knochen. Welche Prothese im Einzelfall am besten geeignet ist, richtet sich unter anderem nach dem Alter des Patienten, der Knochenstruktur, dem Krankheitsstadium und eventuellen Allergien gegen bestimmte Prothesenmaterialien. Bei jüngeren Menschen werden eher zementfreie Prothesen verwendet, bei älteren hingegen werden künstliche Hüftgelenke häufiger zementiert. Die zementfreie Prothese hat den Vorteil, dass man sie leichter austauschen kann. Das ist gerade bei jüngeren Menschen wichtig, da ein künstliches Hüftgelenk nicht unbegrenzt hält. Um diese zu verankern, ist eine feste Knochenstruktur notwendig, was bei jüngeren Menschen meist gegeben ist. Ältere Patienten dagegen leiden häufiger unter Osteoporose. Bei ihnen lässt sich eine zementfreie Prothese daher oft nicht ausreichend befestigen. Eine Hüftoperation bei Coxarthrose birgt also viele Risiken und sollte daher gut überlegt sein.

Therapieverfahren der Coxarthrose nach Operation:

Bei der Rehabilitation wird das Hüftgelenk nach genauen Vorgaben belastet und bewegt, so werden die Muskeln gezielt trainiert. Wie schnell und wie stark die Hüfte belastet werden darf, hängt unter anderem von der gewählten Operation ab. Eine gezielte Rehabilitation soll mögliche Komplikationen verhindern, damit der Coxarthrose-Patient möglichst schnell wieder seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.