Coxa retrotorta

Hierbei handelt es sich um Achsfehlstellungen zwischen Hüftkopf und Oberschenkelschaft im Bereich des Schenkelhalses. Der Oberschenkelknochen unterteilt sich in Oberschenkelknochenkopf, Schenkelschaft, Schenkelhals sowie das untere Ende und bildet darüber hinaus den Ansatz für viele Muskeln. Der Oberschenkelknochenhals ist mit dem Hüftkopf verbunden. An der Spitze des Halses liegen der große und der kleine Rollhügel, die eine Ansatzstelle für Muskelgruppen wie den Armspreitzer oder den Hüftbeuger bilden. Der Oberschenkelknochenschaft hat die Form eines Zylinders und an seiner Rückseite setzen ebenfalls verschiedene Muskelgruppen an. Ist die Schenkelhalsebene vermehrt nach vorne gerichtet, wird dieses als Coxa antetorta und eine nach hinten gerichtete Fehlstellung als Coxa retrotorta bezeichnet. Die Fehlstellungen können angeboren, ein- oder doppelseitig sein. Bei der Coxa retrotorta liegt eine geringere Antetorsion vor, welche häufig über eine Außenrotation im Hüftgelenk kompensiert wird. Diese ist an einer vermehrten Abweichung der Fußlängsachsen zu erkennen. Außerdem können sie durch Stoffwechselstörungen, fehlverheilte Knochenbrüche, Durchblutungsstörungen in der Kindheit oder durch Ablösen der Wachstumsfuge zustande kommen. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen treten meist im jungen Erwachsenenalter auf, oder früher bei stärkerer sportlicher Belastung des Hüftgelenks. Eine Korrektur kann im Falle relevanter Beschwerden operativ durchgeführt werden. Ein verkleinerter Antetorsionswinkel hat eine Außenrotation des Knies und damit verbunden des Fußes zur Folge. Es kommt zum außenrotierten Gangbild mit einer nach außen weisenden Fußspitze.

Sieht man von oben auf den Oberschenkelknochen, dann bemerkt man zwei Linien, die den Antetorsionswinkel bilden. Die Basislinie verläuft durch die beiden am weitesten nach hinten abstehenden Knochenvorsprünge in Kniehöhe. Die zweite Linie ist die Mittellinie durch den Schenkelhals nach vorn gerichtet ist. Bei der Coxa retrotorta ist die Schenkelhalsachse parallel zur Basislinie oder manchmal nach hinten ausgerichtet. Unter dem Antetorsionswinkel versteht man den Winkel, der von der Schenkelhalsachse und der Femurkondylenebene gebildet wird. Beim Erwachsenen beträgt der Antetorsionswinkel ca. 12°, beim Neugeborenen etwa. 35°; das bedeutet, dass das Collum femoris gegenüber den Kondylen um 12° nach vorne verdreht ist.

Coxa Retrotorta

Diagnose bei Coxa antetorta

Die Darstellung der Schenkelhalstorsion erfolgt durch eine Computertomographie mit Schnitten im Bereich des Schenkelhalses und der Femurkondylen. Mit höherer Ungenauigkeit kann der Antetorsionswinkel auch in speziellen Röntgenaufnahmen dargestellt und ausgemessen werden.

Eine klinische Testuntersuchung kann ebenfalls vorgenommen werden. Dabei muss das Bein so gedreht werden, dass der große Rollhügel seitlich tastbar ist. In Bauchlage kann dann anschließend von der Außenrotation des angewinkelten Unterschenkels, direkt auf die Antetorsion geschlossen werden. Eine Coxa retrotorta findet sich häufiger bei:

  • Epiphyseolysis capitis femoris: zusammen mit einer Coxa vara nach nicht operiertem oder nicht vollständig korrigiertem Hüftkopfgleiten
  • Spastischer Lähmung (z. B. Infantile Zerebralparese)
  • Spina bifida bei verstärkter fixierter Außenrotation

Vorgehensweise bei der Operation

Die Coxa antetorta führt im Gegensatz zur Coxa antetorta, als Präarthrose, also als Fehlform, die frühzeitig zu einer Hüftgelenks-Arthrose führen kann. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen treten meist im jungen Erwachsenenalter auf, oder früher bei stärkerer sportlicher Belastung des Hüftgelenks. Eine Korrektur kann im Falle relevanter Beschwerden operativ durchgeführt werden. Dabei erfolgt eine intertrochantäre Umstellungsosteotomie, wobei eine gleichzeitige Coxa vara mit korrigiert werden kann. Dabei erfolgt eine intertrochantäre Umstellungsosteotomie, wobei eine gleichzeitige Coxa vara mit berichtigt werden kann. Durch die falsche Stellung des hüftgelenknahen Oberschenkelknochens im Bereich des Schenkelhalses, kommt es neben Gelenksfunktionsstörungen vor allem zu einer Fehlbelastung. Das wiederrum führt zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen im Hüftgelenk. Um diesen Abnützungen vorzubeugen, können sie operativ reguliert werden. Nach einer genauen Analyse der Fehlstellung, wird der Oberschenkelknochen durchtrennt und die Stellung korrigiert. Der Knochen wird anschließend mit Hilfe einer Metallplatte festgemacht. Generell ist die Platte vielseitiger als der Marknagel, da sie in Sondersituationen universell eingesetzt werden kann. Die Operation erfolgt unter stationären Bedingungen, wobei der Aufenthalt ca. 10 Tage beträgt.

Vorteile und Nachteile bei Coxa antetorta

Die Frakturbehandlung hat die möglichst vollständige Wiederherstellung von Funktionalität und anatomischen Achsen- und Gelenkverhältnissen zum Ziel. Vorteile der operativen Behandlung gegenüber der konservativen Therapie sind, die bessere Repositionsmöglichkeit, die postoperativ häufig stabilere Situation (Retention) sowie die schnellere Mobilisierung. Dagegen müssen mögliche Komplikationen eines Eingriffes bedacht werden, wobei insbesondere Wundinfekte, Bildung von Blutgerinnsel und Blutungen auftreten können. Die Wahl der Osteosynthese richtet sich nach verschiedenen Faktoren, zum Beispiel nach Art und Lokalisation der Fraktur, Gesamtzustand des Patienten sowie nach der Erfahrung des Chirurgen.

Nachbehandlung und Rehabilitation bei Coxa antetorta

Gut informiert zu werden ist sehr wichtig für den Patienten vor der Operation und auch während der Genesung. Das Zuhause soll genug Bewegungsfreiheit für die anfangs benötigten Gehhilfen bieten. Um eine Luxation, also ein Austreten des Hüftkopfes aus dem Kunstgelenk zu vermeiden, muss gerade für die ersten Wochen der Rehabilitation die richtige Beinstellung erlernt werden. Die richtige Höhe von Toilettensitz und Bett, Hüftprotektoren, Anziehhilfen für Socken, Greifhilfen für zu Boden gefallene Gegenstände und viele andere Erleichterungen können rechtzeitig vorbereitet werden. Sturzfallen wie Türschwellen, Kabel oder Fußmatten sollten rechtzeitig entfernt werden.

Die Mobilisation erfolgt bereits am ersten Tag nach der Operation anhand Krankengymnastik und der Hilfestellung von Unterarmgehstützen. Das operierte Bein ist zirka 3 Wochen nicht voll belastungsfähig, wobei eine zeitweise Teilbelastung an Krücken einzuhalten ist. Für diesen Zeitraum ist zusätzlich eine medikamentöse Thromboseprophylaxe erforderlich. Nach der stationären Entlassung ist die Krankengymnastik weiter fortzusetzen. Im Normalfall, wenn alles ohne Komplikationen abläuft, ist nach einer Korrektur des Oberschenkelknochens mit einer Rehabilitation von 12 Wochen zu rechnen.

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