Das CAM-Impingement oder Nockenwellen-Impingement ist eine Erhöhung am Oberschenkelkopf, die an die Hüftpfanne anschlägt. Bei dieser Form ist der Hüftkopf so vergrößert, dass er direkt, ohne ausreichende Taillierung, in den Schenkelhals übergeht. Dadurch weicht er von der üblichen Kugelform ab und schlägt bei intensiver Bewegung an der Hüftpfanne an. Hierdurch kann der Knorpel vom Pfannenrand ausgehend nach innen abgerissen werden, auch die Gelenklippe am vorderen oberen Hüftpfannenrand kann geschädigt werden. Bei einem gesunden Menschen weist der Oberschenkelhals eine Taillierung unterhalb des Schenkelkopfes auf. Dadurch erhält der Hüftgelenkskopf mehr Bewegungsfreiheit in der Gelenkkapsel. Unter dem Cam Impingement Hüfte-Syndrom leiden vorwiegend junge, sportliche Fußballspieler. Darum wird es zumeist bei jüngeren athletischen Männern, ab dem 20. Lebensjahr diagnostiziert. Hier unterscheidet man das häufiger bei Frauen auftretende Pincer- oder Beißzangen-Impingement, bei dem die Schäden von der Gelenkpfanne ausgehen, und das eher bei Männern und Leistungssportlern anzutreffende Cam- oder Nockenwellen-Impingement. Klinisch ist nur sehr selten eine reine Unterform festzustellen. Bei den meisten Betroffenen besteht eine Kombination von CAM- und Pincer-Impingement.

Ursache für ein Cam-Impingement

Beim Cam Impingement Hüfte-Syndrom ist durch eine Wucherung des Schenkelhalsknochens die Taillierung verloren gegangen. Hier lösen knöcherne Vorsprünge am proximalen, gelenknahen Oberschenkelhalsknochen die Beschwerden aus. Der Knochenwulst verengt den Gelenkspalt, was das schmerzhafte aneinander reiben des Schenkelhalskopfes und des Pfannendachs begünstigt. Diese winzigen Verdickungen des Oberschenkelkopfes oder ein Überstand am Rand der Gelenkpfanne, können große Schmerzen verursachen. Diese angeborenen oder durch einen Unfall entstandenen Unregelmäßigkeiten führen dazu, dass Gelenkkopf und -pfanne bei bestimmten Bewegungen schmerzhaft aufeinanderstoßen. Anzeichen dafür sind pathologische Epiphysen Entwicklungen, Morbus Perthes, sowie nicht ganz verheilte Oberschenkelhalsfrakturen (Oberschenkelbrüche). Dieses kann bei mangelnder Sorge und Pflege der Physiotherapie, gewisse Einschränkungen in Alltag und Sport, sowie bleibende Schäden verursachen.

Symptome bei einem Cam-Impingement

Durch den chronischen Mikroabrieb des Knorpels entsteht eine schmerzhafte Entzündung, der sich als Leistenschmerz bemerkbar macht. Nicht rechtzeitig erkannt und unbehandelt sind Arthrose und damit auf lange Sicht auch die Notwendigkeit einer Hüftgelenk-Endoprothese vorprogrammiert.

  • Schmerzen bei langem Sitzen
  • tiefsitzender und stechender Schmerz in der Leistengegend
  • langes Gehen oder Stehen verursacht starke Schmerzen am äußeren Hüftgelenk, der bis in die Füße ausstrahlen kann.
  • Hüftbeschwerden die in bestimmten Stellungen Schmerzen beim Sex verursachen
  • Bewegungseinschränkungen vor allem im Hüftgelenk

Diagnose bei einem CAM-Impingement

Durch einen Provokationstest, in dem zwei Bewegungen möglichst schnell und parallel durchgeführt werden, lässt sich der typische Leistenschmerz auslösen. Dabei werden die Bewegungen vom Arzt, und bei der Untersuchung auf dem Rücken liegenden Patienten passiv ausgeführt. Eine solche Bewegung kann z.B. ein Heranführen des Beines zur Körpermitte hin mit gleichzeitiger Drehung nach innen sein. Auf dem Röntgenbild ist eine Fehlstellung zwischen Hüftkopf und der überdachenden Gelenkpfanne zu sehen. Weitere Hinweise auf eine einklemmende Hüfte sind knöcherne Anlagerungen am Schenkelhals. Eine Schädigung der Gelenklippe wird auf einem MRT festgestellt. worauf ebenso die Weichteile gut zu betrachten sind.

Nachbehandlung bei einem CAM-Impingement

Patienten mit einem CAM-Impingement dürfen sich über eine außerordentlich rasche Rehabilitation nach einer arthroskopischen Behandlung freuen und sind bereits unmittelbar nach dem Eingriff wieder voll belastbar. Konservative Therapiemaßnahmen:

  • NSAR
  • Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • analgetische Injektionen ins Hüftgelenk

Operation eines Cam-Impingement

Die Hüftarthroskopie stellt bei Versagen der konservativen Therapie eine komplikationsarme minimalinvasive Behandlungsmethode dar, die Beschwerden nachhaltig zu beseitigen und das Entstehen einer Coxarthrose zu verhindern. Das Cam-Impingement stellt hierbei eine Domäne der arthroskopischen Therapie da.

Hier können verschiedene chirurgische Therapiemaßnahmen zum Einsatz kommen. Das Einsatzgebiet hängt immer vom Krankheitsverlauf des jeweiligen Patienten ab.

  • Osteotomie
  • Implantation eines neuen Gelenkes (nur bei bereits bestehender hochgradiger Coxarthrose)
  • Hüftluxation

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